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sich denn die Affekte verhalten, um kein Hinderniß zn sein, undwann verhalten sie sich so? das eben ist die Frage. — Hieraufist nun die Antwort gar nicht so leicht zu geben. Auch z. B.der Arzt kann das nicht; er sagt dem Fieberkranken, er solleGerstenschleim zu sich nehmen, aber die Frage ist: woran er-kenne ich, daß ich Fieber habe? „An der Blässe, die manwahrnimmt." Wie nehme ich aber die betreffende Blässe wahr?Das muß eben der Arzt verstehen: „wenn du nicht, sagt er, indir selbst das Organ einer solchen Wahrnehmung hast, so ist esnicht möglich." Und dieselbe Rede läßt sich in gleicher Weiseans alle derartigen Fragen anwenden. Ebenso ist es nun auchmit der Erkennung der Affekte. Man muß eben selbst etwasbeitragen zu der Wahrnehmung. — Eine andere Frage, dieman aufwerfen könnte, ist diese: Wenn ich diese Thätigkeit kenne,werde ich damit auch glückselig sein? Das glaubt man ja.Allein es ist nicht richtig. Auch sonst theilt ja keine Wissenschaftdem Lernenden den Gebrauch und die Thätigkeit mit, sondernnur die Zuständlichkeit. Und so ist auch in unsrem Fall mitdem Lernen nicht unmittelbar der Gebrauch verbunden, — dieGlückseligkeit haben wir ja als eine Thätigkeit bezeichnet — son-dern zunächst nur die Zustündlichkejt. In dem Wissen derQuellen der Glückseligkeit liegt noch nicht diese selbst, sondern erstin der richtigen Verwendung jener Quellen. Die Mittheilung desGebrauchs und der Thätigkeit ist jetzt nicht unsre Aufgabe. Auchsonst theilt ja keine Wissenschaft den Gebrauch mit, sondern nurdie Zuständlichkeit.
Eilftes Kapitel.
Von der Freundschaft.
Nach all diesem müssen wir nun auch von der Freundschaftsprechen und angeben, was sie ist, auf welchem Gebiet sie sichfindet und was ihr Gegenstand ist. Da wir nun sehen, daßsie über das ganze Leben sich erstreckt und zu jeder Zeit vor-handen ist, und daß sie ein Gut ist, so wird man sie zur Glück-seligkeit rechnen müssen. Es wird nun wohl am besten sein,
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