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Lassen nicht in unsrer Hand liegt. Deßhalb nennt Niemandden Gerechten oder den Muthigen oder sonst einen durch eineTugend ausgezeichneten Menschen in diesem Sinn glücklich, weiles eben von uns abhängt, ob wir solche Eigenschaften habenoder nicht. Dagegen können wir mit mehr Recht von Glück
sprechen, wo es sich um hohe Geburt handelt: den Hochgeborenennennen wir glücklich, überhaupt jeden, dem Güter zu Theil ge-worden sind, welche nicht von seinem eigenen Willen abhängen.Allein auch hier hat der Begriff des Glücks noch nicht seineeigentliche Anwendung. Man hat damit verschiedene Bedeutungenzu verbinden. Wir nennen glücklich einmal einen Menschen,welchem gegen seine eigene Berechnung eine gute Handlung ge-lungen ist, ebenso nennen wir glücklich den, welcher einen Ge-winn gehabt hat, während er nach seiner Berechnung einenVerlust haben sollte. So beruht also das Glück darauf, daßin unerwarteter Weise etwas Gutes eintritt oder etwas Schlim-mes ausbleibt; doch ist es vorzugsweise das erstere, was ganzeigentlich das Wesen des Glückes auszumachen scheint. Denndie Erlangung eines Gutes ist offenbar an und für sich einGlücksfall, die Abwendung eines Schadens ist es nur acciden-tell'). — So ist also das Glück eine unvernünftige Natur. DerGlückliche ist nemlich derjenige, welcher ohne Vernunft einen Triebzum Guten hat und dieses Gute wirklich gewinnt, dieß aber istSache der Natur. In der Seele liegt nemlich von Natur etwas,wodurch wir einen unvernünftigen Trieb haben auf das, wasunser Wohlbefinden ausmachk. Wenn man einen, der in diesemZustand ist, etwa fragt: „warum gefällt dir das und das Ver-fahren?" so wird er sagen: „ich weiß es nicht, es gefällt mireben"; also ein ganz ähnlicher Zustand wie z. B. bei der Be-geisterung ; auch die Begeisterten haben ja ohne vernünftige Ueber-legung einen Trieb zu einer gewissen Handlungsweise. — Fürdas Glück haben wir aber keinen besondern, eigentümlichenNamen, sondern wir bezeichnen es oft als eine Ursache, die Ur-sache aber hat mit dem Namen nichts zu thun. Die Ursache ist
p Hier scheint eine iüiete im Text jn sein.