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hitzig ist; die andere Art dagegen ist den kühlen und melancho-lischen Naturen eigen, und diese sind tadelnswerth. Man kannübrigens durch vorher angestellte vernünftige Erwägung einemsolchen Affekt vorbauen, wenn man z. B. weiß, daß da und daeine schöne Frau zu finden ist; da muß man sich also beherr-schen. Wenn also die Unmäßigkeit auf augenblicklichen sinnlichenEindrücken beruht, da kann man durch vorher angestellte vernünf-tige Erwägung bewirken, daß man keinem verwerflichen Affektsich hingibt und nichts Schlechtes thut; dagegen ist derjenige,welchem zwar die Stimme der Vernunft sagt, daß das und dasnicht recht ist, der sich aber trotzdem der Lust hingibt und sichihr gegenüber schwach zeigt, um so tadelnswerther. In diesemSinn kann der wirklich Tugendhafte niemals unmäßig sein; einAnderer aber wird trotzdem, daß die Vernunft sich vorher hörenläßt, doch nicht folgen '). Er hat ja in sich eine Führerin, ebendie Vernunft, aber er gehorcht ihr eben nicht, sondern gibt sichder Lust hin, ist dieser gegenüber weichlich und zeigt so eine Artvon Schwachheit.
Oben haben wir die Frage aufgeworfen, ob die Selbstbe-herrschung Mäßigkeit sei, jetzt wollen wir diese Frage beantwor-ten. Wer Selbstbeherrschung besitzt, besitzt auch Mäßigkeit, derMäßige ist nemlich nicht blos Derjenige, welcher Begierden, diein ihm sind, im Zaum hält wegen der Vernunft, sondern auchDer, der, ohne daß solche Begierden wirklich vorhanden sind, dochim stände ist, sie im Zaum zu halten, wenn sie vorhanden wären.Selbstbeherrschung aber besitzt der, welcher keine schlechten Be-gierden hat, sondern eine richtige Vernunft in Beziehung auf die-selben; der Mäßige dagegen hat schlechte Begierden, dabei aberauch, in Beziehung auf dieselben, die richtige Vernunft. Also wirdmit der Selbstbeherrschung unmittelbar auch Mäßigkeit verbnndkiisein, und der, welcher sich selbst beherrscht, ist auch mäßig; dersich selbst Beherrschende hat gar keine Affekte, der Mäsnge aberhat Affekte und beherrscht sie. Oder sollte der sich selbst Beherr-schende auch Affekte haben könnend) Allein ihm kommt weder
*) Ich lese: o ov'x
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