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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Dinge, wo die Unmäßigkeit sich zu zeigen scheint, oder nicht, isiob es vielmehr ein abgegrenztes Gebiet gibt,-auf welchem die GUmnäßigkeit zur Erscheinung kommt. Solche Bedenken sind Falso bei dieser Untersuchung vorhanden, wir müssen uns daherzuerst mit der Erledigung derselben beschäftigen.

Zuerst nun nehmen wir das Bedenken vor, welches sich aus !das Wissen bezieht. Es sollte widersinnig sein, daß jemand ein sWissen, das er hat, verliere oder eine Veränderung hinsichtlichdesselben erleide. Dieser Gesichtspunkt gilt auch sür die bloße rVorstellung oder Meinung. Denn es macht keinen Unterschied, oob es Vorstellung ist oder ein Wissen. Wenn nemlich die Vor- tlstellung stark ist dadurch, daß sie dauerhaft und unumstößlich ist, ^so wird sie sich nicht unterscheiden vom Wissen, da ja eine solche ^Vorstellung den Glauben in sich schließt, daß es sich wirklich so jverhalte, wie man es sich vorstellt. So hat z. B. Heraklit von tEphesus eine solche Vorstellung in Betreff seiner Lehren. So ist !!es also kein Widerspruch, daß der Unmäßige etwas Schlechtes ?thue, mag er ein Wissen haben oder mag er eine bloße Vorstel-lung in dem eben angegebenen Sinn haben. Es gibt nemlichein doppeltes Wissen: das eine ist so viel als: im Besitz des jWissens sein; wir sagen ja, es wisse jemand etwas, wenn er im iBesitz des Wissens ist. Das andere ist das aktuelle Wissen, ein !in Thätigkeit befindliches Wissen. Unmäßig nun ist derjenige, Iwelcher das Wissen des sittlich Guten besitzt, aber keinen thätigenGebrauch davon macht. Wenn er also nicht eine auf dieses Wissen igegründete Thätigkeit entwickelt, so ist es ganz wohl begreiflich, 'daß er das Schlechte thut, trotzdem, daß er im Besitz des Wissensist. Es ist hier nemlich gerade wie bei den Schlafenden. Diese Asind ja auch im Besitz des Wissens, dennoch aber thun und leidensie im Schlaf vieles Unangenehme, weil eben im Schlaf das Wissenkein aktuelles ist. So ist es nun auch beim Unmäßigen. Ergleicht nemlich einem Schlafenden und sein Wissen ist nicht aktuell, sSo löst sich denn dieses Bedenken. Es liegt dieses in der Frage,ob der Unmäßige als solcher sein Wissen verliere oder eine Ver- ,änderung desselben erleide; beides schien widersinnig zu sein. Allem sdie Lösung kann man auch noch auf dem Weg finden, den wir -