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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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viel Uebles zufügen, weil er nicht im Stande ist, von dev Herr-schaft den richtigen Gebrauch zu machen.

Eine weitere Frage, die zu erwägen ist, ist auch die, obes dem Schlechten gegenüber ein Unrecht gibt oder nicht? Wennnemlich das Unrecht in Zufügung von Schaden besteht, der Scha-den aber in Entziehung von Gütern, so könnte es scheinen, alswäre es nicht möglich, dem Schlechten zu schaden. Denn dasGute, von dem er meint, daß es für ihn gut sei, ist in Wirk-klichkeit nicht gut, indem ja Herrschaft und Reichthum dem Schlech-ten, der davon nicht den richtigen Gebrauch zu machen weiß, nurschaden kann. Wenn ihm also der Besitz solcher Dinge schadenmuß, so scheint ihm derjenige, welcher ihn derselben beraubt, keinUnrecht zu thun. Dieser Beweis wird den Meisten widersinnigerscheinen. Es meint nemlich jedermann, er sei im Stand, Herr-schaft, Macht und Reichthum recht zu gebrauchen, allein dieseMeinung ist nicht richtig. Dieß erhellt auch aus dem Verfah-ren der Gesetzgeber. Das Gesetz nemlich gibt die Regierung nichtAllen in die Hand, sondern es gibt Bestimmungen über das Alterund Vermögen, das Einer haben muß, um Theil an der Regie-rung nehmen zu können, wobei also vorausgesetzt ist, daß nichtjeder im Stand ist zu regieren. Wenn nun einer darüber un-zufrieden ist, daß er nicht im Regiment sitzt, oder daß man ihmnicht die Leitung des Staats in die Hand gibt, so kann manihm entgegenhalten:du besitzest ja gar nicht die geistige Befähi-gung, welche zum Regieren und zur Leitung des Staats gehört."Sehen wir ja doch auch auf dem physischen Gebiet, daß diejenigennicht gesund werden, welche das schlechthin Gute zu sich nehmen,vielmehr wenn man körperlich gesund werden will, so muß manzuerst Wasser trinken und dann einige wenige Speisen zu sichnehmen; wer nun aber eine im schlechten Zustand befindliche Seelehat, der muß, um nichts schlimmes zu thun, sich fern halten vonReichthum, Herrschaft, Macht und dergleichen Dingen überhauptin dem Grad, als die Seele einer Veränderung und Wandlungmehr ausgesetzt ist, als der Körper. Wie nemlich für einen Men-schen von schlechter Gesundheit des Körpers jene Lebensweise sicheignet, so wird auch für einen Menschen, dessen Seele in schlechtem