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bezieht, wodurch sie zu Stand kommt und was ihr Zweck ist. Ganzdasselbe wird auch gelten Nom Ungerechten: dazu gehört, daßder Handelnde weiß, auf wen seine Handlung sich bezieht, wo-durch sie zu Stand kommt und was ihr Zweck ist. Wenn aberEiner etwas Unrechtes thut, ohne über diese Punkte ein Bewußt-sein zu haben, so ist er nicht ungerecht, sondern unglücklich.
Z. B. wenn Einer in der Meinung, einen Feind zu tödten,seinen Vater tödtet, so hat er zwar etwas Unrechtes gethan, aberer ist nicht ungerecht gegen jemanden gewesen, sondern nur un-glücklich. Also, daß man nicht ungerecht ist, trotzdem daß man setwas Unrechtes thut, beruht aus der Unwissenheit, wie oben be- !merkt worden ist, darauf, daß der Urheber der schändlichen Hand- Ilnng nicht weiß, wem er Schaden thut und wodurch und zu jwelchem Zweck; doch ist sofort näheres zu sagen über diese U»- 1wissenheit; es fragt sich uemlich, welche Bewandtniß es hat mit rderjenigen Unwissenheit, bei welcher der, der Schaden thut, doch ?nicht ungerecht ist. Die Bestimmung mag nun so ausgedrückt swerden: wenn die Unwissenheit schuld ist an der betreffenden ;Handlung, so handelt der, der sie ausführt, nicht mit freiem ?Willen, in diesem Fall ist er also nicht ungerecht. Ist er aber -selber schuld an der Unwissenheit, und handelt er dann in dieser sUnwissenheit, an der er selbst schuld ist, dann ist er ungerecht ;und dann wird ihm mit Recht die Schuld beigemesscn werden.
So ist es z. B. bei den Betrunkenen: die Betrunkenen uemlich !sind wirklich ungerecht, wenn sie etwas Böses thun, weil sie ja ,selbst schuld sind an ihrer Unwissenheit; sie hätten ja nicht soviel trinken können, daß sie z. B. in der Unwissenheit den Vaterschlagen. Ebenso ist es auch bei den andern Fällen von Un-wissenheit, wo der Handelnde diese selbst verschuldet hat: die,welche in solcher Unwissenheit etwas Unrechtes thun, sind wirklichungerecht. Sind sie aber nicht selbst schuld, ist vielmehr dieUnwissenheit ohne ihr Verschulden Ursache ihrer Handlungen, ckdann sind sie nicht ungerecht. Eine solche Unwissenheit ist die snatürliche z. B. bei den kleinen Kindern, welche aus Unwissen-heit ihren Vater schlagen; in diesem Fall ist die Unwissenheitetwas Natürliches und dieß ist der Grund, daß die kleinen