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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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im Gerechten, d. h. im Gleichen und Mittleren; das Gerechteaber stellt sich in gewissen Personen dar, das Gleiche ist gleichfür gewisse Personen, und ebenso ist das Mittlere für gewisseDinge da. Somit muß die Gerechtigkeit und das Gerechte fürgewisse Personen gelten und auf gewisse Dinge sich beziehen.

Ist nun hienach das Gerechte wesentlich das Gleiche, sowird auch das verhältnißmäßige Gleiche gerecht sein. Das Ver-hältnißmäßige aber erfordert zum mindesten vier Personen. Wiesich nemlich L. zu L verhält, so verhält sich 0 zu v; es istz. B. vcrhältnißmäßig, daß der, welcher vieles besitzt, auch vieleSteuern bezahlt, und der, welcher wenig besitzt, wenig; ebenso,daß der, welcher viel geleistet hat, viel empfängt, und der, wel-cher wenig geleistet hat, wenig. Wie sich nun der, welcher etwasgeleistet hat, verhält zu dem, welcher nichts geleistet hat, so ver-hält sich Viel zu Wenig, und wie der, welcher etwas geleistethat, zum Vielen sich verhält, so verhält sich der, welcher nichtsgeleistet hat, zum Wenigen. Von diesem Verhältniß in Be-ziehung auf das Gerechte macht auch Plato Gebrauch in seinerSchrift über den Staat '). Er sagt nemlich: der Laudmannbeschafft das Brot, der Baumeister beschafft das Haus, derWeber das Kleid, der Schuster den Schuh. Mm gibt der Land-mann dem Baumeister Brot, der Baumeister aber gibt dem Land-mann das Haus. Ebenso verhalten sich auch alle Andern zueinander, indem jeder das Seinige austauscht gegen das, wasder Andere hat. Das Verhältniß ist nemlich dieses: wie derLandmann dem Baumeister, so der Baumeister dem Landmann,und ebenso findet ein Verhältniß statt zwischen Schuster undWeber u. s. w. Und dieses gegenseitige Verhältniß ist es, wasden Staat zusammcnhält. Also besteht das Gerechte offenbar imVerhältnißmäßigen. Das Gerechte hält nemlich die Staaten zu-sammen, somit ist das Gerechte identisch mit dem Verhältniß-mäßigen. Da nun aber das Produkt des Baumeisters werth-voller ist, als das Produkt des Schusters, da zwischen demSchuster und dem Baumeister ferner ein Austausch stattfinde»

') ä» «sp. II. x. 36» 6. 3SS,