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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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es zu thun mit Ehre und Geringschätzung, und zwar zunächst ftfnicht mit der Ehre von Seiten des großen Haufens, sondern s !mit der Ehre von Seiten der Tugendhaften, ja mit dieser letz- U-

teren ganz besonders. Die Tugendhaften nemlich werden, wo U

sie Ehre erweisen, von richtiger Kenntniß und Beurtheilnng des ff

zu Ehrenden ausgehen. Daher wird der Hochsinnige in erster ft

Linie von Solchen geehrt zu werden wünschen, welche wissen, ^

daß er die Ehre verdient. Er hat cs ja nicht auf jegliche Ehre

abgesehen, sondern nur auf die beste, auf das werthvolle Gut, ft

welches die Stellung des Höchsten einnimmt. Diejenigen nun, )ft

welche verächtlich und schlecht sind, dabei aber meinen, große ft

Ehre zu verdienen und überdieß sich mit der Erwartung, geehrt ft

zu werden, schmeicheln, sind aufgeblasen. Dagegen diejenigen, ft

welche nicht auf soviel Ehre Anspruch machen, als ihnen von ft

Rechtswegen zukommt, sind niedrig gesinnt; in der Mitte also ft

zwischen beiden steht derjenige, der nicht auf geringere Ehre An- ft

spruch macht, als ihm gebührt, aber auch nicht auf größere, als -!

er verdient, und auch nicht auf jegliche Ehre, und dieß ist der ^

Hochgesinnte. Daraus geht also hervor, daß die Hochsinnigkeit st

die Eigenschaft ist, welche zwischen Aufgeblasenheit und niedriger s

Gesinnung in der Mitte steht. ft

Sechsundzwanzigstes (27.) Kapitel. E

Vom stattlichen Auftreten.

Stattliches Auftreten ist ein Verhalten, welches in der Mitte k

steht zwischen Großthnerei und kleinlichem Wesen. Das stattliche f

Auftreten bezieht sich auf den Aufwand, welchen man für angc- j

messene Zwecke billigerweise zu machen hat. Wer nun am un- !

passenden Ort Aufwand macht, ist ein Großthuer, z. B. wer l

eine Picnicgesellschaft mit einem wahren Hochzeitschmauß bewirthet. t

Das Wesen des Großthuers zeigt sich nemlich eben darin, daß t

er im ungehörigen Zeitpunkt seinen Reichthum zur Schau stellt, i

Das Gegentheil hiezu bildet bas kleinliche Wesen, welches darin ft!

besteht, daß man da, wo es geschehen sollte, keinen großen Aus- ft

wand macht, oder, wenn man je etwas aufwendet, wie z. B.