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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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übertriebenem Maß und zu ungehöriger Zeit. Der Geizige isthievon das Gegentheil, er gibt kein Geld aus für solche Zwecke,wofür er es ausgeben sollte, er gibt es nicht ans im richtigenMaß und zur gehörigen Zeit. Beides verdient Tadel, bei demeinen findet ein Zuviel statt, beim andern ein Zuwenig. Damm der Freigebige Lob verdient, so wird er in der Mitte zwi-schen beiden stehen. Freigebig wird sonach derjenige sein, welcherGeld ausgibt für den rechten Zweck und im rechten Mas; undzur rechten Zeit.

Vierundzwanzigstes (25.) Kapitel.

Verschiedene Arten des Geizes.

Der Geiz zerfällt übrigens in verschiedene Arten: mankann reden von Knickern, von Kümmelspaltcrn, von schnödenProfitmachern, von Pfennigfuchsern. Alle diese Eigenschaftenfallen unter den Geiz. Denn das Laster ist vielgestaltig, wäh-rend das Gute nur Eine Gestalt hat; z. B. die Gesundheit isteinfach, die Krankheit vielfach; ebenso ist die Tugend etwas Ein-faches, während das Laster in vielen Gestalten auftritt. DieGenannten nun sind alle wegen ihres Verhaltens zum Geldtadelnswerth. Ist es nun die Sache des Freigebigen, auchGeld zu erwerben und Vermögen sich zu verschaffen oder nicht?Es ist ja dieses Erwerben auch sonst nicht Aufgabe einer Tugend.So ist es nicht Aufgabe der Tapferkeit sich Waffen zu verfertigen,dieß ist Aufgabe einer andern Kunst; die Tapferkeit hat nurdie Waffen, die sie bekommt, recht zu gebrauchen; und ebensoist es bei der Selbstbeherrschung und den andern Tugenden.So ist es denn auch nicht Ausgabe der Freigebigkeit Geld zuerwerben, sondern dieß ist Sache der Kunst des Erwerbens.

Fiinfnndzwanzigstes (26.) Kapitel.

Von der Hochsimiigkeit.

Die Hochsinnigkeit ist die Gesinnung, welche zwischen Auf-geblasenheit und niedrigem Sinn in der Mitte steht. Sie hat