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in Beziehung auf die Affekte aufgezählt haben, so wird jetzt zuuntersuchen sein, welche Affekte damit gemeint sind.
Zwanzigstes Kapitel.
Von der Tapferkeit oder vom Muth.
Der Muth bewegt sich aus dem Gebiet der Zuversicht undder Furcht, und wir müssen daher fragen, von welcher Art dieseZuversicht und dieser Muth sind. Ist etwa Einer feig, der sichfürchtet vor dem Verlust seines Vermögens? Ist Einer muthig,der in diesem Punkt voll Zuversicht ist, oder nicht? Ebenso,wenn Einer sich vor einer Krankheit fürchtet oder in dieser Be-ziehung zuversichtlich ist, so ist ein Solcher weder feig noch resp.muthig zu nennen; also ist es nicht diese Art von Furcht undZuversicht, womit es der Muth zu thun hat. Und ferner auchnicht mit folgenden Arten: wenn z. B. Einer keine Furcht hatvor dem Donner und Blitz oder sonst einer furchtbaren Erschei-nung, welche das Maß menschlicher Kraft übersteigt, so ist ernicht muthig, sondern wahnwitzig. Somit muß der Muth csmit solchen Arten von Furcht und Zuversicht zu thun habe»,welche im Verhältniß zur menschlichen Natur stehen: ich meinedamit solche Erscheinungen, vor welchen die Andern oder Allesich fürchten; wer in solchen Fällen zuversichtlich ist, der istmuthig. Nach diesen Bestimmungen müssen wir näher unter-suchen, welche Art von Muth hieher eigentlich gehört, da sichder Muth in gar mannigfacher Weise zeigen kann. Es kannnemlich Einer muthig sein auf Grund der Erfahrung, wie z. B.die Soldaten. Diese nemlich wissen aus Erfahrung, daß ihnenan dem und dem Ort, oder in dem und dem Zeitpunkt unterden und den Umständen unmöglich etwas zustoßen kann. Wernun aber dieß weiß und aus diesem Grund dem Feinde stand-hält, ist nicht muthig; er hält ja nicht stand, wenn diese be-stimmten Umstände nicht vorhanden sind. Darum also darf mandiejenigen nicht muthig nennen, deren Muth auf der Erfahrungberuht. Falsch ist aber auch die Behauptung des Sokrates, derMuth sei ein Wissen. Das Wissen bildet sich ja dadurch, daß