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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Gütern? Mer dieß wäre ein Widerspruch. Denn das höchsteGut ist ja ein vollkommener Zweck, der vollkommene Zweck aberkann, schlechthin gesagt, nicht wohl etwas Anderes sein als dieGlückseligkeit, die Glückseligkeit aber besteht nach unserer An-sicht aus vielen Gütern: somit, wenn man bei der Betrachtungdes höchsten Guts dieses selber mit einrechnet, so müßte dieseshöchste Gut besser sein, als es selbst; denn es ist ja das höchsteGut. Z. B. wenn man die Gesundheit nimmt und das derGesundheit Dienliche, so ist die Frage, was von dem allem dasBeste ist. Das Beste nun ist die Gesundheit, ist diese nun un-ter all dem Genannten das Beste, so ist sie auch das Beste imVerhältniß zu sich selbst, womit denn ein Widersprnch sich ergibt.Also wird man die Frage nach dem höchsten Gut nicht in dieserWeise behandeln dürfen. Oder etwa so, daß man das höchsteGut für sich besonders stellt; aber vielleicht ist auch dieß unge-reimt. Die Glückseligkeit ist nemlich aus gewissen Gütern zusam-mengesetzt; es ist nun aber ungereimt zu fragen, ob die Glück-seligkeit besser sei als die Güter, aus welchen sie zusammengesetztist. Die Glückseligkeit ist ja nicht etwas von diesen Gütern Ge-trenntes, sondern sie besteht in diesen Gütern selber. Abervielleicht würde die richtige Beobachtungsweise in der Ncbenein-anderstellung, Vergleichung liegen? man müßte also dann dieGlückseligkeit, welche aus den und den Gütern besteht, vergleichenmit andern Gütern, welche nicht in der Glückseligkeit selber ent-halten sind, und würde auf diese Weise zu dem richtigen Resultatgelangen. Allein das höchste Gut, mit dem wir es hier zu thunhaben, ist nichts Einfaches; z. B. könnte man sagen, die Einsichtsei das höchste von allen Gütern, wenn man diese sämmtlich nebeneinander stellt. Allein man wird bei der Aufsuchung des höchstenGuts nicht auf diese Weise zu Werk gehen dürfen. Es ist jadas vollkommene Gut, was wir suchen, die Einsicht aber alleinfür sich ist nicht vollkommen, also ist sie nicht das höchste Gut,welches wir suchen, und überhaupt ist das höchste Gut nicht indieser Weise aufzufassen.