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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Schlechte einen schlechten Gebrauch machen wird, deßhalb werdensolche Dinge nur der Potenz nach als gut bezeichnet. Zum Gu-ten aber gehören sie, indem ja jedes derartige Ding nach demGebrauch, welchen der Tugendhafte, nicht nach dem, welchen derSchlechte davon macht, benrtheilt werden muß. Bei eben diesenGütern ist auch noch das Weitere der Fall, daß sie den Grundihres Daseins im Glück haben; denn vom Glück kommt sowohlReichthum als Herrschaft und überhaupt alles, was in die Klassedes Potenziellen gehört. Noch ist eine vierte Art von Güternzu erwähnen, nemlich das, was ein Gut zu erhalten und her-vorzubringen geeignet ist, wie z. B. die körperliche Uebung indiesem Verhältniß zur Gesundheit steht und dergleichen.

Man kann übrigens die Güter auch noch in anderer Weiseeintheilen, nemlich so: die Güter sind theils in jeder Beziehungund durchaus begehrenswerth, theils nicht; z. B. die Gerechtigkeitund die übrigen Tugenden sind in jeder Beziehung und durchausbegehrenswerth, nicht aber Kraft, Reichthum, Macht und derglei-chen. Eine andere Eintheilung ist die, daß man Güter unter-scheidet, welche Zwecke, und wieder solche, die nicht Zwecke sind;z. B. die Gesundheit ist ein Zweck, was aber um der Gesund-heit willen da ist, ist nicht Zweck; wo nun dieser Eintheilungs-grund zutrifft, da ist immer dasjenige besser, welches Zweck ist,wie z. B. die Gesundheit besser ist, als das der Gesundheit Dien-liche ; überhaupt kann man schlechthin sagen, daß immer dasjenigebesser ist, um dessen willen das Andere da ist. Dann ist fer-ner unter den Zwecken immer das Vollkommene besser, als dasUnvollkommene. Vollkommen aber ist dasjenige, in dessen Besitzwir nichts weiter bedürfen, unvollkommen ist das, dessen Besitznicht jedes weitere Bedürfnis; aushebt; z. B. wenn wir bloß imBesitz der Gerechtigkeit sind, so bedürfen wir doch noch Vieles;sind wir aber im Besitz der Glückseligkeit, so bedürfen wir nichtsmehr dazu. Somit ist das für uns Beste, welches wir suchen,dasjenige, welches vollkommener Zweck ist, der vollkommene Zweckist somit ein Gut, ja er ist als solcher das Gut.

Hienach ist die weitere Frage, wie das höchste Gut zu den-ken ist? ob etwa so, daß man es in Eine Linie stellt mit andern