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Wenn inan nun einen Beweis führen will, so ist es wohlnicht zulässig, das Unbekannte als Beweisgrund zu gebrauchen,vielmehr muß man das Unbekannte beweisen durch das Bekannteund das Ideelle durch das Sinnliche, weil ja auch dieses letzteream meisten bekannt ist. Wenn man also eine Untersuchung überdas Gute anzustellen hat, so darf man nicht von der Idee spre-chen. Freilich sind Manche der Ansicht, eine Abhandlung überdas Gute müsse mit der Idee beginnen, sofern ja die Aufgabedie sei, das im höchsten Sinn Gute nachzuweisen, dieses sei aberbei jedem Ding nur das Ansich, also wäre nach dieser Ansichtdie Idee das im höchsten Sinn Gute. Eine solche Anschauungmag vielleicht richtig sein, aber die Politik als Wissenschaft oderals Vermögen —- und damit haben wir es hier zu thun — hatnicht die Aufgabe, dieses Gute zu untersuchen, sie hat vielmehrzu ihrem Gegenstand das, was für uns gut ist. Keine Wissen-schaft und kein Vermögen hat den Nachweis zu geben, daß derbetreffende Zweck ein Gut ist, also auch nicht die Politik. So-mit hat es die Politik nicht zu thun mit dem, was vom idealenGesichtspunkt aus gut ist. Doch könnte man etwa sagen: manmüsse dieses Ideal-Gute als Princip zu Grund legen, um vonda aus zu dem einzelnen Guten sortzugchen. Allein auch dießist nicht richtig. Denn die Principien, die mau zu Grund legt,müssen immer zu den Sachen gehören. Es wäre ja sonderbar,wenn man den Satz, daß die Seele unsterblich ist, als Principbrauchen wollte, um zu beweisen, daß die Winkel des Dreiecksgleich zwei Rechten sind. Das wäre ein Princip, welches garnicht zur Sache gehörte. Das Princip muß aber uothwendigspecifisch und mit der Sache innerlich verwandt sein; nun aberläßt sich auch ohne den Satz von der Unsterblichkeit der Seelebeweisen, daß die Winkel des Dreiecks gleich zwei Rechten sind.Ebenso läßt sich auch sonst bei dem einzelnen Guten der Nach-weis führen, ohne daß man die Idee des Guten zu Grund legt;man sieht also '), daß die Idee nicht der zu diesem einzelnenGuten gehörige Ausgangspunkt ist. — Unrichtig ist es ferner,
U statt ll,o lese ich: »str-/ Bonttz: ck'ia ro.