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des Guten, d. h. des ideal Guten, und dieß ist nicht richtig,weil die Tugend damit nichts zu thun hat. Denn mit der Un-tersuchung des Seienden und Wirklichen hat die Lehre Non derTugend unmittelbar nichts zu schaffen. Beide Gegenstände habenja nichts mit einander gemein. — Dich also sind die Auffas-sungen der älteren Philosophen.
Die nächste Frage nun, die wir zu beantworten haben, wirddie sein, was wir selber über diesen Punkt für eine Ansicht aus-stellen. Vor allem ist in's Auge zu fassen, daß bei jeder Wissen-schaft uud jedem Vermögen ein gewisser Zweck vorhanden ist unddaß dieser Zweck etwas Gutes ist. Denn kein Wissen und keinVermögen ist um eines Nebels willen da. Ist nun das Zielaller Wissenschaften und Vermögen ein Gut, so ist klar, daß dasZiel des besten Wissens und Vermögens das höchste Gut ist.Nun ist die Politik, die es mit dem bürgerlichen Leben zu thunhat, das beste Vermögen. Also wird der Zweck der Politik einGut sein. Somit haben wir uns offenbar mit dem Guten zubeschäftigen, und zwar nicht mit dem, was schlechthin gut ist,sondern mit dem, was für uns gut ist, denn mit dem, was fürdie Götter gut ist, haben wir es nicht zu thun, dieß gehört inein anderes Kapitel und die Untersuchung dieser Frage wäre inanderer Weise anzustellen. — Also das politische, das bürgerlicheGut bildet den Gegenstand unserer Untersuchung. Aber auch hiermüssen wir wieder unterscheiden und fragen, in welchem Sinndieses Gut zu fassen ist, denn es sind mehrere Fassungen mög-lich. Man versteht nemlich unter Gut entweder das, was aujedem einzelnen Seienden das beste ist, dieß ist dasjenige, wasum seines eigenen Wesens willen begehrenswerth ist; — oderman faßt das Gute als dasjenige, woran das Andere Theil habenmuß, um gut zu sein, und dieß ist die Idee des Guten. Esist also die Frage, ob wir die Idee des Guten zu untersuchenhaben oder nicht, ob wir vielmehr das Gute als das Allge-
Als Klittimgsbearig.