Druckschrift 
3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
Seite
259
Einzelbild herunterladen
 

259

k"

EilMlidzwlinzigstes Kapitel.

Lösung der auf Prosodie beruhenden Schlüsse.

Auf der Prosodie beruhen nur einige wenige derartige Be-weisführungen, mag man sie schreiben oder aussprechen; z. B.kann es sich darum handeln, daß und ou mit einander ver-wechselt werden'). Die Lösung ist hier unmittelbar gegeben, dennes kommt ganz darauf an, welchen Spiritus man setzt.

Zweiundzwanzigstes Kapitel.

Lösung der ans dem sprachlichen Ausdruck beruhenden Schlüsse.

Es ist ferner klar, wie man solchen Schlüssen begegnen muß,in welchen das nicht Identische als identisch gesetzt ist, da wir jahiefür die verschiedenen Kategorieen haben. Der Eine nemlich gibtauf eine Frage zu, daß etwas nicht sei, versteht aber daruntereine Substanz; sdcr Andere beweist, daß etwas sei, versteht aberdarunter ein Relatives oder Quantitatives, was nur wegen dessprachlichen Ausdrucks eine Substanz auszudrücken scheint, wiez. B. in folgendem Schluß: Ist cs möglich, dasselbe zugleich zuthun und gethan zu haben? Nein. Allein es ist doch möglich,dasselbe zugleich zu sehen und gesehen zu haben? Kann einLeiden ein Thun sein? Nein. Nun aber sind Zerschneidung, Ver-brennung, Empfindung, sprachlich ganz gleich und alle bezeichnenein Leiden; ferner: laufen, sagen, sehen sind wieder sprachlich gleich;nun ist das Sehen doch eine Empfindung, also ist es zugleich einLeiden und ein Thun. Wenn nun aber Einer es für unmög-lich erklärt, daß man etwas zugleich thue und gethan habe, unddoch zugibt, daß man zugleich sehen und gesehen haben könne, soist er doch noch nicht widerlegt, wenn er nicht sagt, das Sehensei ein Thun, sondern es für ein Leiden erklärt; denn diese Frage

Das Beispiel läßt sich nicht übersetzen,

17*