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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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nungen alZ die allgemeinen Verneinungen, wie z. B. daß derDurchmesser incommensurabel ist. Ferner: wo über die Wahr-heit eines Satzes die Ansichten getheilt sind, wird man die Be-zeichnungen unvermerkt vertauschen können. Dieß scheint nichtsophistisch, weil unklar ist, auf welcher Seite die Wahrheit liegt,und es wird nichts Falsches dabei zu sein scheinen, weil die An-sichten getheilt sind; die Vertauschung wird dann die Behauptungunwiderlegbar machen.

Wo man eine Frage Voraussicht, muß man zum vorausEinwendungen machen und zum voraus sich erklären; auf dieseWeise wird es am leichtesten sein, den Fragenden aufzuhalten.

Achtzehntes Kapitel.

Bon der wirklichen Lösung der sophistischen Schlüsse.

Die wahre Lösung besteht in der Aufdeckung eines falschenSchlusses, rssx. in Nachweisung der Frage, auf welcher die Falsch-heit beruht, der falsche Schluß aber kann in doppeltem Sinnverstanden werden: entweder so, daß etwas Falsches erschlossenist oder so, daß es nur ein scheinbarer, nicht ein wirklicherSchluß ist 2). So ist also die richtige Lösung die eben genannterosx. die Berichtigung des falschen, scheinbaren Schlusses mitBeziehung auf die Frage, auf welcher das Falsche beruht. Somüssen hienach die formell richtigen Schlüsse gelöst werden durchUmstoßung, die scheinbaren durch Zertheilung.

Ferner: da von den wirklichen, formell richtigen Schlüssen dieeinen einen (materiell) wahren, die andern einen falschen Schluß-satz haben, so kann man die, deren Schlußsatz falsch ist, aufzweierlei Weise lösen: sowohl dadurch, daß man etwas von demGefragten widerlegt, als auch dadurch, daß man zeigt, der Schluß-satz laute nicht so; die aber, deren Vordersätze falsch sind, kannman nur lösen durch Widerlegung eines Vordersatzes, da ja der

>> Materiell falsch, aber formell richtig.Formell falsch.