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von Ursache und Wirkung umkehren. Wenn nemlich, falls 4. ist,nothwendig L ist, so meint man, nun müsse auch, wenn L sei,nothwendig ^ sein. Dieß ist auch der Ursprung der Täuschungen,welche in Beziehung auf die sinnlichen Vorstellungen Vorkommen.Oft hat man nemlich schon angenommen, die Galle sei Honig,weil die gelbe Farbe mit dem Honig verbunden.ist; und da esvorkommt, daß die Erde, wenn es geregnet hat, befeuchtet ist, sonimmt man an, es habe geregnet, wenn sie befeuchtet sei. Dießist aber nicht nothwendig. In der Rhetorik sind die Jndicien-beweise ebenfalls auf das Consequens begründet. Um z. B. zubeweisen, daß Einer ein Ehebrecher sei, nimmt man das, wasdamit verbunden ist, daß er nemlich ein Stutzer ist oder daß manihn bei Nacht Herumstreifen sieht. Nun kann dieß bei VielenVorkommen, ohne daß jenes ersten Prädikat ihnen zukommt. Ebensoist es auch beim Schließen, z. B. mit dem Beweis des Melis-sas >), daß das All unbegrenzt sei; er sagt nemlich: das All istungeworden (denn aus nichts kann nichts werden), das Gewor-dene aber ist aus einem Anfang geworden. Wenn nun das Allnicht geworden ist, so hat es keinen Anfang, also ist es unbe-grenzt. Allein dieß ist nicht nothwendig die Folge; denn wenndas Gewordene immer einen Anfang hat, so folgt nicht, daß esgeworden ist, wenn es einen Anfang hat, so wenig als daraus,daß der Fieberkranke heiß ist, nothwendig folgt, daß der, welcherheiß ist, das Fieber hat.
Der Trugschluß kann ferner darauf beruhen, daß das, wasnicht Ursache ist, als Ursache bezeichnet ist. Dieß findet statt,wenn man das, was nicht Ursache ist, benützt, als ob dieß nunwirklich das Fundament des Gegcuschlusses wäre. Der Fall kommtvor bei den Schlüssen, in welchen man auf das Unmögliche zu-rückgeht, denn hier muß man nothwendig etwas, was aufgestelltworden ist, umstoßen. Wenn man nun, um das Unmögliche zugewinnen, unter die das Nothwendige enthaltenden Fragen dasnicht Nothwendige mit aufnimmt, so scheint oft dadurch der Schluß
1> S. Zeller, Geschichte der griechischen Philosophie I. 511 f. und AristotelesPhyS. I. S f.