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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Die Form des Wortes ist da von Bedeutung, wo das, wasnicht Eins und dasselbe ist, in gleicher Bedeutung gefaßt wird,wie z. B. wenn man das Männliche als weiblich, das Weiblicheals männlich auffaßt, oder das, Was in der Mitte von beidenliegt, oder wenn man das Qualitative als ein Quantitatives auf-faßt oder umgekehrt, oder das Aktive als ein Passives oder dasZnständliche als ein Aktives u. s. w. nach der oben gegebenenUnterscheidung '). In diesem Fall bezeichnet man etwas, waskeine Aktivität ausdrückt, durch den Ausdruck als etwas Aktives.Z. B. Gedeihen wird durch den Ausdruck ebenso gefaßt wieschneiden oder bauen, und doch bezeichnet das erstere eine Quali-tät, einen Zustand, das letztere ein Thun. Ebenso ist es auchin andern Fällen.

Fünftes Kapitel.

Von den sophistischen Beweisen, welche nicht aus dem sprachlichenAusdruck beruhen.

Im Bisherigen sind die verschiedenen Arten der sophistischenSchlüsse angegeben, welche auf dem sprachlichen Ausdruck beruhen;die Trugschlüsse, welche nichts mit dem sprachlichen Ausdruck zuthun haben, zerfallen in sieben Arten. Bei der ersten Art han-delt es sich uni das Accidens, bei der zweiten darum, daß etwasschlechthin oder aber nicht schlechthin, sondern in bestimmter Be-ziehung, als Wo oder Wann oder als Relatives bezeichnet undgemeint ist, bei der dritten handelt es sich um Unbekanntschaftmit dem sophistischen Schluß, bei der vierten um das Consequens,bei der fünften um die xstätio prinaipii, bei der sechsten darum,daß man das, was nicht Ursache ist, als Ursache aufstellt, beider siebenten darum, daß man aus mehreren Fragen Eine inacht.

Die auf dem Accidens beruhenden Trugschlüsse finden statt,wenn man annimmt, daß irgend etwas der Sache und dem Acci-dens in gleicher Weise zukomme. Denn da Einem und demselben

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