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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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wendig folgen muß, der Schlußsatz aber durch weitere Schlüssegewonnen ist; endlich wenn nur ganz wahrscheinliche Sätze fehlen.

Eine falsche Beweisführung kann man in vierfachem Sinnverstehen: erstens wenn sie abgeschlossen zu sein scheint, währendsie es nicht ist, was man ein eristisches Schlußverfahren nennt;zweitens wenn zwar ein Schlußsatz da ist, derselbe aber nicht aufdie vorliegende Behauptung sich bezieht, was besonders bei derZurückführung aufs Unmögliche der Fall ist; oder wenn derSchlußsatz zwar auf den Gegenstand sich bezieht, aber nicht nachder gehörigen Methode. Dieß ist der Fall, wenn eine Beweis-führung auf medicinischem Gebiet sich zu halten scheint, währenddieß nicht wirklich so ist, oder auf geometrischem oder dialekti-schen!, während es bloßer Schein ist, mag nun das Ergebnißwahr oder falsch sein. Ferner ist die Beweisführung falsch, wenndie verwendeten Vordersätze falsch sind. Dabei ist der Schluß-satz bald falsch, bald wahr; das Falsche wird nemlich immer durchfatsche Vordersätze geschlossen, das Wahre aber kann auch ansnicht Wahrem geschlossen werden, wie dieß früher gezeigt wor-den ist ').

Daß nun die Beweisführung falsch ist, davon liegt dieSchuld mehr an dem, welcher sie führt, als an der Sache selbst,und auch an der Person des Beweisenden liegt der Fehler nichtimmer, außer wenn er kein Verständniß davon hat, denn an undfür sich lassen wir uns Wohl gefallen, daß man durch Falschesbeweist, anstatt durch Wahres, wenn man nemlich von solchenSätzen aus, welche möglichst wahr zu sein scheinen, etwas alswahr Behauptetes aufhebt ^). Durch eine solche Beweisführunggewinnen wir eben den Beweis von anderem Wahrem; es mußnemlich etwas von dem anfänglich als wahr Angenommenen ganzund gar nicht wahr sein, so daß man also daraus einen Beweisfür die Wahrheit des Andern erhält. Wenn man dagegen etwasWahres durch falsche und ganz einfältige Sätze beweisen-wollte,so wäre dieß Verfahren weit schlechter als der Schluß, welcher

*) xr. II. 2.

2) Vermittelst der äsäuLtio itdsuräum.