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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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rung, oder aus solchen Sähen, welche zwar wahr sind, derenNachweisung aber schwieriger ist, als das Problem selbst.

Man darf übrigens nicht verlangen, daß die Schlüsse beiallen Problemen gleich wahrscheinlich und überzeugend seien; denncs ist in der Natur der Sache begründet, daß die einen Gegen»stände der Untersuchung leichter, die andern schwieriger sind, sodaß die Disputation gut geführt ist, wenn der Schluß ausden unter Umständen wahrscheinlichsten Sätzen gewonnen wird.Es ist daraus klar, daß auch der Tadel gegen die Beweisführungein anderer ist, je nachdem man die Beweisführung an sichtadelt oder mit Rücksicht auf das jeweilige Problem. Es ist nem-lich ganz wohl möglich, daß die Beweisführung an sich zu tadelnist, in Beziehung auf das Problem aber Lob verdient, und wie-der umgekehrt, daß sie an sich Lob, in Beziehung auf das Pro-blem aber Tadel verdient, wenn cs nemlich leicht ist, aus vielenwahrscheinlichen und wahren Prämissen den Schlußsatz zu gewin-nen. Es kann auch Vorkommen, daß eine abgeschlossene Beweis-führung schlechter ist, als eine nicht abgeschlossene, wenn nemlichdie erstere ihren Schlußsatz erhält aus einfältigen Sätzen, wäh-rend das Problem nicht dieser Art ist, die letztere aber nur solcheSätze noch bedarf, welche wahrscheinlich und wahr sind, so aber,daß die Beweisführung nicht in dem noch Fehlenden beruht. EineBeweisführung, welche durch falsche Vordersätze einen wahrenSchlußsatz gewinnt, darf man nicht ohne weiteres tadeln, dennetwas Falsches muß immer durch falsche Vordersätze geschlossenwerden, das Wahre aber kann man bisweilen auch aus falschenVordersätzen schließen. Dieß ist in der Analytik nachgewiesen ").

Wenn die beschriebene Beweisführung etwas beweist, undnoch etwas Anderes da ist, welches mit jenem Schlußsatz nichtszu thun hat, so gilt der Schluß diesem letzteren nicht; wenn manes aber plausibel macht, so hat man doch nur ein Sophisma,keinen Beweis. Ein Philosophen nemlich ist ein beweisenderSchluß, ein Epicherem ist ein dialektischer Schluß, ein Sophismaist ein eristischer Schluß, ein Aporem ist ein dialektischer Schlußmit Widerspruch.

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