die Antwortenden sind nemlich arglos gegenüber von Solchen,Welche redlich zu verfahren scheinen. Ferner ist es praktisch, be-sonders zu bemerken, daß das und das allgemein gäng und gäbesei; denn das Ucbliche scheut man sich anzugreifen und hat nichtsdagegen einzuwenden. Dazu kommt noch, daß die Gegner sichhüten, derartiges anzngreifen, weil sie selbst davon Gebrauch ma-chen. Ferner darf man sich nicht in Eifer bringen lassen, auchwenn es im Allgemeinen von Nutzen wäre; denn den sich Er-eifernden ist man geneigter zu opponiren. Auch ist es gut, eineBehauptung mittelbar aufzustellen; denn das, was um eines An-dern willen behauptet wird und nicht sich selbst zum Zweck hat,wird eher zugegeben. Ferner muß man nicht das selbst aufstellen,was man gewinnen will, sondern etwas, mit welchem dasselbenothwendig verbunden ist; dieß wird nemlich eher zugegeben, weildas, was folgen soll, daraus nicht ebenso klar ist, und wenn dasAndere gewonnen ist, ist auch das Betreffende selbst gewonnen.Ferner ist cs zweckmäßig, das zuletzt zu fragen, auf was man esam meisten abgesehen hat; das Erste pflegen nemlich die Gegneram meisten zu leugnen, weil die Fragenden in der Regel das vor-anstellen, um was es ihnen am meisten zu thun ist. Bei man-chen Gegnern aber ist es räthlich, gerade derartiges voranzustellen;die Schwierigen nemlich geben das Erste am ehesten zu, wenndas, was daraus folgen soll, nicht ganz auf der Hand liegt, amEnde aber werden sie schwierig; ebenso auch diejenigen, welchescharfe Disputircr zu sein glauben: wenn sic nemlich das Meistezugegeben haben, so legen sie sich schließlich auf Spizfindigkeiten,als ob das Verlangte nicht folgte aus dem Gegebenen; sie gebenbereitwillig zu, indem sie sich auf ihre Fertigkeit verlassen undvoraussetzen, daß ihnen kein Unschick passiren werde. Ferner istes zweckmäßig weitläufig zu sein und Dinge einzuschieben, welchefür die Beweisführung nicht unmittelbar von Bedeutung sind,wie es diejenigen machen, welche in ihren Schriften Dichtung fürWahrheit geben; in einer großen Masse von Behauptungen istnemlich das Falsche nicht so leicht aufzufinden. Darum machenauch die Fragenden mitunter unbemerkt nur so nebenher Zusätze,
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten