186
man um der nothwendigen willen anwenden und im einzelnenso verfahren, daß man induktorisch vom Einzelnen zum Allgemei-nen und vom Bekannten zum Unbekannten fortgeht; bekannteraber ist das, was Gegenstand der sinnlichen Wahrnehmung ist,entweder schlechthin oder doch den Meisten. Wenn man denSchluß verhüllen will, so muß man Prosyllogismen anwenden,durch welche der Schluß auf die zuerst aufgestellte Behauptung zustände kommen soll, und zwar möglichst viele. Dieß wird ge-schehen, wenn man nicht bloß die nothwendigen Sähe, sondernauch einen der zu ihnen führenden im Schluß gebraucht. Fernermuß man die Schlußsätze nicht aussprechen, sondern sie erst späteralle zumal aufstellen; auf diese Weise gelingt es, sie möglichstweit von der ursprünglichen Thesis zu entfernen. Ueberhauptmuß der verhüllt Fragende die Fragen so stellen, daß, wenn dieganze Beweisführung abgefragt und der Schlußsatz ausgesprochenist, das Warum noch zu suchen ist. Dieß geschieht am leichtestenauf die oben angegebene Weise; denn wenn allein der letzteSchlußsatz genannt wird, so ist es noch unklar, wie er zu ständekommt, weil der Antwortende nicht Voraussicht, aus welchenSähen er sich ergibt, wenn nicht die vorangehenden Glieder desSchlusses herausgestellt sind. Am wenigsten aber ist eine Glie-derung des zum Schlußsatz führenden Schlußverfahrens da, wonicht die unmittelbar beweisenden Vordersätze ausgestellt werden,sondern die entfernteren, aus welchen das Schlußverfahren selbererst gewonnen wird.
Es ist ferner zweckmäßig, wenn man die Sätze, aus welchender Schleiß gewonnen werden soll, nicht in fortlaufender Reiheaufstellt, sondern abwechselnd bald die Sätze für den einen, balddie für den andern Schlußsatz; wenn nemlich die zusammengehö-rigen Sähe neben einander gestellt werden, so ist das leichter zuersehen, was aus ihnen folgen soll.
Man muß ferner, wo es möglich ist, den allgemeinen Vor-dersatz in eine Definition fassen, aber nicht die Begriffe selbstdefiniren, sondern was damit verwandt ist; die Gegner täuschensich nemlich, wenn die Definition auf das Begriffsverwandte be-zogen wird, in der Meinung, daß sie nicht das Allgemeine zu-