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Woher nun die nöthigen Gesichtspunkte zu gewinnen sind,ist oben auseinandergesetzt worden; wir müssen nun reden vonder Ordnung und Stellung der Fragen, wobei wir die Vorder-sätze zu unterscheiden haben, welche außer den nothwendigen an-zuwenden sind. Nothwendig heißen die Vordersätze, wodurch derSchluß zu stände kommt. Die übrigen Vordersätze außer dennothwendigen zerfallen in vier Classen: entweder sind sie Jnduk-tionssätze, die die Gewinnung des Allgemeinen zum Zweck haben,oder dienen sie zur Füllung und zum Gewicht der Rede, odersollen sie den Schlußsatz verhüllen, oder haben sie den Zweck, dieBeweisführung deutlicher zu machen. Außer diesen Sätzen hatman sonst keinen zu verwenden, sondern muß sich auf diese be-schränken, um die Fragen zu stellen und zu heben; die der Ver-hüllung dienenden Sätze sind bloß des Streites wegen da, alleinda man bei allen diesen Disputationen mit einem Gegner zu thunhat, so muß man auch von ihnen Gebrauch machen.
Was nun die nothwendigen Vordersätze betrifft, durch welcheder Schluß zu stände kommt, so darf man diese nicht au dieSpitze stellen, vielmehr muß man sie möglichst weit zurückstellen;z. B. wenn man behauptet, daß das Entgegengesetzte in EineWissenschaft gehöre, so darf mau dieses nicht sofort aussprechcn,sondern muß zunächst das Gegenüberstehende anführen; ist nemlichdieses zugegeben, so wird der Schluß weiter darauf gehen, daßdas Entgegengesetzte in Eine Wissenschaft gehört, da ja das Ent-gegengesetzte zum Gegenüberstehenden gehört. Wenn aber derGegner es nicht zugibt, so muß man die Induktion anwenden,indem man Vordersätze aufstellt, welche auf das einzelne Entgegen-gesetzte sich beziehen. Entweder ist es nemlich die Schlußfolgerungoder die Induktion, wodurch man die nothwendigen Vordersätzegewinnen muß, oder man gebraucht zum Theil Induktion, zumTheil Schlußfolgerung; sind aber die Sätze ganz einleuchtend, sostellt man sie ohne weiteres auf; denn bei der Induktion und beider Zurückstellung ist das, was herauskommen soll, immer wenigerdeutlich, und zugleich kann man immer noch zur Aufstellung derzweckdienlichen Sätze greifen, wenn man auf jenem ersteren Wegkeinen Beweis gewinnt. Die sonst noch genannten Sätze muß