Achtes Buch.
Erstes Kapitel.
Anweisung zur Dialektik und Unterscheidung der anzuwendenden Satze;vom Berfahren beim Disputiren überhaupt.
Wir haben nun weiter von der Ordnung und der Art zusprechen', die beim Fragen zu beobachten sind. Wenn man einerichtige Fragstellung bewerkstelligen will, so muß man zuerst denGesichtspunkt auffinden, von welchem aus der Angriff zu machenist, sodann muß man für sich die Fragen gehörig formuliren undordnen, drittens muß mau diese Fragen dem Andern sofort ver-legen. Bis zur Auffindung des Gesichtspunktes nun gehen derPhilosoph und der Dialektiker in der Untersuchung Einen Weg,von da an aber ist die Ordnung und Formulirung der FragenSache des Dialektikers; denn er hat sich nun durchaus an denAnderen zu wenden, während der Philosoph für sich untersuchtund sich um nichts weiter bekümmert, wenn nur dasjenige, wor-auf er deit Beweis gründet, wahr und bekannt ist, mag auch derAntwortende') es nicht zugeben, weil es mit dem anfänglich Be-haupteten unmittelbar zusammenhängt und weil er die Konsequen-zen voraussieht; ja vielleicht legt es der Philosoph gerade daraufan, daß die beweisenden Sätze möglichst bekannt und zusammen-hängend sind, denn hieraus werden die wissenschaftlichen Schlüssegewonnen.
>> Der Resxondent; der Fragende Opponent,