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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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beliebigen Vergnügen beherrscht wird, sondern es ist irgend einbestimmtes Vergnügen. Oder scrner sind solche Definitionen zuuntersuchen, wie wenn man sagt: die Nacht sei der Schatten derErde, das Erdbeben sei eine Bewegung der Erde, die Wolke seieine Verdichtung der Luft, der Wind sei eine Bewegung der Luft;man muß nemlich ausdrücklich die Quantität, die Qualität, dasWo und Wodurch bemerken. Ebenso ist es bei allen derartigenDefinitionen; sobald man irgend eine unterscheidende Bestimmungwegläßt, gibt man nicht das eigentliche Wesen an. Man mußin solchen Fällen den Angriff immer auf die schwache Stellerichten; ein Erdbeben entsteht z. B. nicht bei jeder beliebigen Be-wegung der Erde und es ist nicht ein beliebiger Theil der Erde,der dabei bewegt wird, und ebenso ist eine bestimmte Bewegungder Luft, und zwar einer gewissen Menge von Luft nöthig, umeinen Wind hervorzubringen.

Ferner bei den Begriffen des Strebens muß man Acht ha-ben, ob nicht die Bestimmung des Scheinbaren fehlt und derar-tige Beziehungen, welche gerade zutreffen; z. B. wenn man sagt,der Wunsch sei Streben nach Gutem, die Begierde aber sei Stre-ben nach Angenehmem, anstatt nach dem, was gut und angenehmscheint. Oft nemlich wissen die Strebenden nicht, was wirklich gutund angenehm ist, also muß der Gegenstand ihres Strebens nicht daswirklich Gute und Angenehme sein, sondern nur das, was so scheint.Demgemäß sollte nun auch die Definition ausgedrückt sein. Aberauch dann, wenn diese Bestimmung beigefügt ist, kann man aufdie Ideen zurückgehen, falls der Gegner Ideen annimmt; denndem, welches nur scheint, entspricht keine Idee, es ist aber dochanzunehmen, daß Idee zur Idee in Beziehung steht, wie z. B.die Begierde an sich auf das Angenehme an sich, derWunsch an sich auf das Gute an sich sich bezieht. Nunkann aber eine Beziehung des An-sich auf das scheinbare Guteoder das scheinbare Angenehme nicht angenommen werden, dennes wäre ein Widerspruch, wenn man ein nur scheinbares Gute an sich oder ein scheinbares Angenehme an sich anneh-men wollte.