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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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als ein von Schmerz freies Streben. Bei dem Relativen «rein-lich liegt das Wesen immer in der Beziehung auf ein Anderes,da ja für jedes Relative das Sein eben dieses Verhältniß zueinem Andern ist, was es auch für ein Verhältniß sein mag.Man müßte also sagen, das Wissen sei die Vorstellung des Wiß-baren und der Wunsch das Streben nach dem Gilten. Ebensoist es, wenn man die Sprachwissenschaft definirt als Wissenschaftder Sprache; es sollte nemlich entweder das, zu welchem die Sacheselber in Relation steht, oder das, zu welchem die Gattung iirRelation steht, in der Definition angegeben sein. Oder: ob einRelatives nicht so definirt ist, daß das Endziel als das angege-ben ist, worauf es sich bezieht. Das Endziel aber ist immer dasBeste oder das, um dessen willen das Andere ist. Man mußalso entweder das Beste oder das Letzte nennen, wie z. B. dieBegierde nicht auf das Angenehme, sondern auf die Lust geht,denn um der Lust willen wünschen wir auch das Angenehme.

Ferner muß man sehen, ob das Relative zu einem Werdenoder einer Aktualität in Beziehung gesetzt ist; etwas Derartigesist nemlich nicht das Endziel, denn die vollendete Aktualität oderdas vollendete Werden ist mehr Endziel als das sich noch ent-wickelnde Werden, die noch in Entwicklung befindliche Aktualität.Indessen ist dieß doch Wohl nicht immer richtig, denn fast dieMeisten wollen nicht sowohl fertig sein mit dem Genuß, als viel-mehr genießen, so daß also die noch dauernde Aktualität bei ihnenmehr Endziel ist als die vollendete.

Ferner ist in manchen Fällen zu sehen, ob in der Defini-tion etwa die Bestimmungen der Aktualität, der Qualität, desWo u. dgl. fehlen, wie man z. B. bei der Definition des Ehr-geizigen sagen muß, was es für eine Ehre und wie groß die Ehreist, nach welcher er strebt; denn jedermann strebt nach Ehre, alsogenügt cs nicht, zu sagen, ehrgeizig sei der, welcher nach Ehrestrebe, sondern man muß noch die genannten näheren Bestim-mungen hinzufügen. Ebenso ist bei der Definition des Habgie-rigen anzugeben, wie viel Habe er begehrt, oder beim Unmäßi-gen, was das für ein Vergnügen ist, in welchem er kein Maßhält;Zdenn unmäßig heißt nicht der, welcher von irgend einem