Neuntes Kapitel.
Gesichtspunkte das Verhältniß von Abstractum und Concretnm, sowiedas Entgegengesetzte betreffend.
Wenn die Definition ein Verhalten zum Gegenstand hat,so muß man auch auf das sehen, welchem dieses Verhalten zu-kommt, und wenn die Definition etwas zum Inhalt hat, was sichso und so verhält, so muß man auch das Verhalten in's Augefassen; und ebenso ist es bei allen derartigen Begriffen. Z. B.wenn das Angenehme wesentlich nützlich ist, so hat der, welcherdas Angenehme hat, auch Nutzen. Ueberhaupt gilt ganz allge-mein, daß bei derartigen Definitionen gewissermaßen mehr alsEin Begriff definirt wird; wer nemlich das Wissen desinirt, gibtgewissermaßen auch eine Definition des Nichtwissens, ebenso hän-gen unmittelbar zusammen das Wissenschaftliche und das Nicht-wissenschaftliche; ist nemlich das erste erklärt, so wird eben damitgewissermaßen auch das andere klar. Man muß nun in allenderartigen Fällen darauf Acht haben, daß Alles zusammenstimmt,nach Anleitung der Grundsätze, welche über das Entgegengesetzteund das Begriffsverwandte aufgestellt worden sind.
Ferner muß man beim Relativen darauf sehen, ob aufdas, auf welches die Gattung bezogen wird, auch die Art bezo-gen werden kann; z. B. wenn die Vorstellung in Relation stehtzu dem Vorgestellten, so muß auch die einzelne Vorstellung zudem einzelnen Vorgestellten in Beziehung stehen, und wenn dasdurch Multiplication Entstandene zu dem durch Division Ent-standenen, so auch in dieser Beziehung das Einzelne zum Einzel-nen; wenn die Definition nicht demgemäß gebildet ist, so ist sieoffenbar fehlerhaft.
Man muß ferner Acht haben, ob der Begriff des Gcgen-überstehenden auch der gegenüberstehende ist, wie z/'B. ob dieDefinition des Doppelten der Definitton des Halben gegenüber-steht; denn wenn das Doppelte das noch einmal so Große ist,so ist das Halbe das noch einmal so Kleine. Ebenso ist es bei