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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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ob das eine beiden Begriffen in gleicher Weise zukommt, das an-dere aber nicht, sondern dem einen mehr als dem andern.

Ferner ist der Fall zu beachten, wenn man eine Sache inzweifacher Beziehung zugleich definirt, wie z. B. wenn man sagt,das Schöne sei das, was vermittelst des Gehörs oder was ver-mittelst des Gesichts Vergnügen mache, oder: das Seiende seidas, was leiden oder thun könne; bei dieser Definition würdeEins und dasselbe schön und nicht schön sein, ebenso auch dasReinliche seiend und nicht seiend. Denn das, was vermittelst desGehörs Vergnügen macht, wäre identisch mit dem Schönen, alsodas, was vermittelst des Gehörs nicht Vergnügen macht, identischmit dem nicht Schönen; denn für Eins und dasselbe ist auch dasEntgegengesetzte Eins und dasselbe, dem Schönen aber ist dasnicht Schöne entgegengesetzt, und dem, was vermittelst des Ge-hörs Vergnügen macht, das, was vermittelst des Gehörs nichtVergnügen macht. Es ist also klar, daß das, was vermittelstdes Gehörs kein Vergnügen macht, identisch ist mit dem nichtSchönen. Wenn nun etwas zwar vermittelst des Gesichts Ver-gnügen macht, vermittelst des Gehörs aber nicht, so wäre es zu-gleich schön und nicht schön. Airs dieselbe Weise kann man auchNachweisen, daß bei dieser Definition Eins und dasselbe seiendund nicht seiend wäre.

So muß man ferner auch bei den Gattungen, den Unter-schieden und allen sonstigen in der Definition gegebenen Be-stimmungen die Begriffe setzen anstatt der Namen, um zu sehen,ob alles harmonirt.

Achtes Kapitel.

Gesichtspunkte hinsichtlich der Vollständigkeit.

Wenn' das zu Dcsinirende ein relativer Begriff ist, entwederer selber oder sein Gattungsbegriff, so muß man sehen, ob etwain der Definition dasjenige, zu welchem er in Beziehung steht,nicht angegeben ist, wie z. B. wenn man das Wissen definirt alseine durch Gründe nicht zu ändernde Vorstellung, oder den Wunsch