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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Siebentes Kapitel.

Gesichtspunkte, welche von der Vergleichung mit andern Begriffenhergenommen sind.

Ferner muß man sehen, ob das Definirte nicht in andererWeise besser bestimmt wird, als durch die in der Definition ge-gebenen Bestimmungen; z. B. wenn man sagt, die Gerechtigkeitsei ein Vermögen, welches Gleiches zntheile. Gerecht ist nemlichnicht sowohl der, welcher Gleiches zutheilen kann, als vielmehrder, welcher Gleiches zutheilen will, also kann auch die Gerechtig-keit nicht das Vermögen sein, welches das Gleiche zutheilt; sonstwäre derjenige am gerechtesten, welcher am meisten im Stande ist,das Gleiche zuzutheilen.

Ferner fragt es sich, ob zwar die Sache, das zu Definirendedas Mehr annimmt, die in der Definition gegebene Bestimmungaber nicht, oder umgekehrt ob die Definition es annimmt, aberdie Sache nicht. Es muß nemlich entweder beides oder keinesvon beiden das Mehr annehmen, wenn ja doch die Definitionidentisch sein soll mit der Sache. Ferner: ob beides zwar fürsich das Mehr annimmt, aber so, daß nicht beide zugleich dieSteigerung zulassen, wie z. B. wenn die Liebe desinirt wird alsBegierde nach Beischlaf; wer nemlich mehr liebt, begehrt nichtdeßwegen den Beischlaf mehr, also ist hier ein Fall, wo nicht bei-des zugleich das Mehr annimmt; dieß müßte aber der Fall sein,wenn ja doch beide identisch sein sollen.

Ferner muß man untersuchen, ob in dem Fall, wo zweiBegriffe vorliegen, von demjenigen, von welchem die Sache imhöheren Grad .ausgesagt wird, die Definition in geringerem Gradgilt, z. B. wenn das Feuer desinirt wird als der aus den fein-sten Theilen bestehende Körper; es ist nemlich die Flamme inhöherem Grad Feuer als das Licht, dagegen ist die Flamme we-niger der aus den feinsten Theilen bestehende Körper als dasLicht; es müßte aber eigentlich beides Einem und demselben inhöherem Grad zukommen, wenn beides identisch wäre. Ferner: