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Unterscheiden. Ein zweiter Fehler besteht darin, daß das zu De-finirende, während es einer Gattung angehört, nicht durch dieseGattung bestimmt ist. Dieser Fehler wird in allen den Fällenbegangen, wo nicht an die Spitze der Definition das Wesen derSache gestellt wird, wie z. B. wenn man den Körper desinirt alsdas, was drei Dimensionen hat, oder den Menschen als dasWesen, welches zu zählen versteht. Hier ist nemlich nicht ange-geben, was dasjenige ist, welches drei Dimensionen hat oder wasdasjenige ist, welches zu zählen versteht; die Gattung aber hatden Zweck, das, was die Sache ist, anzugeben und muß deßhalban die Spitze der Definition gestellt werden.
Ferner ist es ein Fehler, wenn in dem Fall, Wo das zuDesinirende in mehreren Bedeutungen gebraucht wird, nicht allediese Bedeutungen angegeben werden, z. B. Wenn man sagt, dieSprachwissenschaft sei die Wissenschaft das Gesagte aufzuschreiben;es ist nemlich hinzuzusetzen, daß diese Wissenschaft auch das Lesenumfaßt; denn wer sagt „Wissenschaft zu schreiben" hat nicht besserdesinirt, als wer sagt: „Wissenschaft zu lesen", keine von beidenDefinitionen ist also richtig, vielmehr muß man beide Bestim-mungen aufnehmen, da es ja nicht möglich ist, daß es für Einsund dasselbe mehrere Definitionen gibt. In manchen Fällen nunverhält es sich wirklich in der eben angegebenen Weise, in andernaber nicht, z. B. bei dem, was nicht an und für sich auf beidessich bezieht, wie z. B. die Heilkunde auf das Bewirken von Krank-heit und Gesundheit; auf das eine nemlich, das Bewirken derGesundheit, bezieht sie sich an und für sich, auf das andere nuraccidcntell; es ist nemlich schlechthin der Heilkunde fremd, Krank-heit zu bewirken. Also in diesem Fall ist die Definition nichtrichtiger, wenn man beide Beziehungen angibt, als wenn mannur Eine nennt, ja wohl schlechter, denn auch sonst, außer denAerzten, ist jedermann im Stand, Krankheit zu bewirken.
Ferner ist es fehlerhaft, wenn die Definition nicht auf dasBessere, sondern auf das Schlechtere Rücksicht nimmt in dem Fall,wo das zu Desinirende mehrfache Beziehungen, zuläßt; denn jedeWissenschaft und jedes Vermögen ist doch wohl immer auf dasBeste zu beziehen.