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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
Seite
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eigentümlich ist, auch die ganze eigentümlich sein; denn wennzu dem Eigentümlichen überhaupt irgend etwas hinzugeseht wird,was richtig ist, so ist das Ganze eigentümlich. Wenn aber etwasvon dein in der Definition Enthaltenen nicht allem unter der-selben Art Begriffenen zukommt, so ist es unmöglich, daß dieganze Definition eigentümlich ist; denn sie läßt sich nicht mitdem Subjekt vertauschen. Z. B. wenn man sagt, der Menschsei ein vier Ellen hohes, zweifüßiges, auf dem Land lebendesWesen; diese Definition ist so, daß sie sich nicht mit dem SubjektMensch vertauschen läßt, weil das Prädikatvier Ellen hoch"nicht allem in derselben Art Begriffenen zukommt.

Ferner ist es ein Fehler, wenn man das Nemliche öfterssagt, wie z. B.: daß die Begierde ein Streben nach dem Ange-nehmen sei; jede Begierde geht nemlich auf das Angenehme, alsoist Streben nach dem Angenehmen identisch mit der Begierde.So erhielte man also eine Definition von Begierde, worin dasAngenehme zweimal enthalten wäre; es ist nemlich ganz dasgleiche, ob man sagt: Begierde, oder Streben nach dem Ange-nehmen, in beiden Ausdrücken ist also das Angenehme enthalten.Man könnte aber auch sagen, es sei diese Bestimmung keineswegssinnlos; auch der Mensch ist ja ein zweifüßiges Wesen, folglichwirdzweifüßiges Wesen" identisch sein mit Mensch. Es ist nunaberzweifüßiges auf dem Land lebendes Thier" identisch mitMensch, also erhielte man ein zweifüßiges Wesen, welches zwei-füßig wäre. Indessen ist hier in der That keine Sinnlosigkeit;denn nicht dem Landthier wird das Prädikat zweifüßig beigelegt,(so würde freilich von Einem und demselben das Prädikatzwei-füßig" zweimal ansgesagt), sondern von dein zweifüßigen Landthierwird daszweifüßig" prädicirt, also wird dem Subjekt das Prä-dikat zweifüßig nur Einmal beigclegt. Ebenso ist es auch bei derBegierde; denn nicht von dem Streben wird ausgesagt, daß esauf das Angenehme gehe, sondern von dem Ganzen, also auchhier hat man das Prädikat nur Einmal. Es ist aber nicht un-sinnig, denselben Ausdruck zweimal zu gebrauchen, sondern unsinnigist nur, wenn man von einem Subjekt das nemliche mehrmalsaussagt, wie z. B. wenn Xcnokrates sagt, das Denkeil sei ein