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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
Seite
137
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kommt, wird es von dem in derselben Gattung Begriffenen nichtgetrennt, also ist ein derartiger Zusatz ganz ohne Werth.

Ein weiterer Fall ist der, daß das zur Definirung Gesagtezwar eigenthümlich ist, aber so, daß man es weglassen kann, ohnedaß deßwegen die übrig bleibende Bestimmung weniger eigenthüm-lich und für das Wesen bezeichnend ist. Z. B. Wenn man beider Definition des Menschen den Zusatz macht:für Wissenempfänglich", so ist dieser Zusatz überflüssig; denn auch wenn manihn wegläßt, bleibt die übrig bleibende Bestimmung eigenthümlichund bezeichnet das Wesen. Um es schlechthin auszudrücken: Ueber-slüssig ist alles, was man weglassen kann, ohne daß das Uebrig-bleibende deßhalb weniger das zu Definirende deutlich macht.Ebenso ist es auch mit der Definition der Seele, wenn man siebestimmt als eine sich selber bewegende Zahl; es ist nemlich auchdas sich selber Bewegende Seele nach Plato's Definition. Eskönnte aber auch sein, daß jene Bestimmung eigenthümlich ist,aber das Wesen nicht angibt, wenn man die Zahl wegläßt. Esist schwer, bestimmt zu sagen, ob es so oder so sich verhält; manmuß aber in allen solchen Fällen je nach dem Bedürfniß ver-fahren. Z. B. man desinirt den Schleim als die erste unver-daute Flüßigkeit von der Nahrung. Hier muß man sagen, daßdas Erste nur Eines ist, nicht Vieles, also ist der Beisatzun-verdaut" überflüssig; denn auch wenn man ihn wegläßt, ist dieübrig bleibende Bestimmung doch eigenthümlich; es ist nemlichnicht möglich, daß von der Nahrung außer diesem Ersten nochein anderes Erstes abgeleitet werde. Oder muß man sich soausdrücken, daß der Schleim nicht das Erste von der Nahrungher ist, sondern das Erste unter dem Unverdauten, so daß aller-dings das Unverdaute ausdrücklich zu bemerken wäre, denn beijener Fassung wäre die Definition nicht richtig, da ja der Schleimnicht von allem das Erste ist.

Ferner kann es Vorkommen, daß etwas von dem in derDefinition Angegebenen nicht allem unter derselben Art Begrif-fenen zukommt; in diesem Fall ist die Definition noch schlechter,als wenn man das aufnimmt, was allein Seienden zukommt.Im letzteren Fall nemlich wird, wenn die übrig bleibende Definition