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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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nicht, so ist auch das Mehr nicht dem Mehr eigenthümlich, nochdas Weniger dem Weniger, noch das Meiste dem Meisten, nochdas Wenigste dem Wenigsten. Z. B. da es dem Menschen nichteigenthümlich ist, tugendhaft zn sein, so wird es auch dem, welchermehr Mensch ist, nicht eigenthümlich sein, mehr tugendhaft zu sein.Bei der Behauptung muß man sehen, ob das Schlechthinige demSchlechthinigen eigenthümlich ist; dann wird nemlich auch dasMehr dem Mehr, das Weniger dem Weniger, das Wenigste demWenigsten, das Meiste dem Meisten eigenthümlich sein. Z. B.da es dem Feuer eigenthümlich ist, von Natur nach oben zu streben,so wird es auch dem, was mehr Feuer ist, eigenthümlich sein,mehr nach oben zu streben seiner Natur nach. Auf dieselbe Weiseist auch von den andern Bestimmungen aus immer der Schlußzu machen.

Zweitens bei der Widerlegung fragt es sich noch in andererWeise, ob das Mehr dem Mehr nicht zukommt; ist dieß nicht derFall, so wird auch das Weniger dem Weniger nicht eigenthüm-lich zukommen. Z. B. wenn es dem Thier mehr eigenthümlich istwahrzunehmcn, als dem Menschen zu wissen, dem Thier es abernicht eigenthümlich ist wahrzunehmen, so wird auch das Wissendem Menschen nicht eigenthümlich sein. Bei der Behauptung fragtes sich, ob das Weniger dem Weniger eigenthümlich ist, daunwird nemlich auch das Mehr dem Mehr eigenthümlich sein. Z. B.dem Menschen ist es weniger eigenthümlich, von Natur zahm zusein, als dem Thier, zn leben; nun ist es aber dem Menscheneigenthümlich, daß er von Natur zahm ist, also ist es dem Thiereigenthümlich, daß es lebt.

Drittens hat man bei der Widerlegung zu fragen, obetwas dem, welchem es mehr eigenthümlich ist, etwa nichteigenthümlich ist; ist es nicht, so wird es auch dem nicht cigen-thümlich sein, welchem es weniger eigenthümlich ist. Ist es aberau-b jenem ersteren, welchem es mehr eigenthümlich ist, eigen-tümlich, so wird es deßwegen noch nicht dein letzteren eigenthüm-lich sein. Z. B. das Gefärbtsein ist der Oberfläche mehr eigen-thümlich, als dem Körper; nun ist es aber der Oberfläche nichteigenthümlich, also wird das Gefärbtsein auch dein Körper nicht