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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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da es dem Menschen an sich nicht zukommt, ruhig zu sein, soferner Mensch ist, sondern sofern er Idee ist, so ist dem Menschennicht eigenthümlich, ruhig zu sein. Bei der Behauptung ist dar-auf zu sehen, ob es der Idee zukommt und in der Beziehung zu-kommt, in welcher dasjenige so genannt wird, dessen Eigenthüm-liches nach der Einwendung des Gegners unrichtig bezeichnet seinsoll; ist jenes der Fall, so ist das Eigenthümliche richtig. Z. B.da es dem Menschen an sich zukommt, daß er aus Seele undLeib besteht, und da ihm dieß zukommt sofern er Thier ist, soist es dem Thiere eigenthümlich, daß cs aus Seele und Leibbesteht.

Achtes Kapitel.

Gesichtspunkte, welche auf das Mehr und Weniger und auf Gleichheitsich beziehen.

Ferner ist das Mehr und Weniger zu beachten. Erstlich:bei der Widerlegung fragt es sich, ob das Mehr dem Mehr nichteigenthümlich ist; ist es nicht, so wird auch nicht das Wenigerdem Weniger eigenthümlich sein, noch das Wenigste dem Wenig-sten, noch das Meiste dem Meisten, noch das Schlechthinige demSchlechthinigen. Z. B. da das mehr Gefärbtsein nicht dem cigen-thümlich ist, was mehr Körper ist, so wird auch das weniger Ge-färbtsein dem nicht eigenthümlich sein, was weniger Körper ist,noch das schlechthin Gefärbtsein dem, was überhaupt Körper ist.Bei der Behauptung muß man sehen, ob das Mehr dem Mehreigenthümlich ist; dann wird nemlich auch das Weniger dem We-niger eigenthümlich sein und das Wenigste dem Wenigsten, dasMeiste dem Meisten und das Schlechthinige dem Schlechthinigen.Z. B. da es dem, was mehr lebt, eigenthümlich ist, mehr Wahr-nehmung zu haben, so wird es auch dem, was weniger lebt, eigen-thümlich sein, weniger Wahrnehmung zu haben, dem, was ammeisten lebt, am meisten Wahrnehmung zu haben, und dem, wasschlechthin lebt, schlechthin Wahrnehmung zu haben.

Ferner vom Schlechthinigen ans gilt der Schluß in derselbenWeise. Bei der Widerlegung hat man Acht zu geben, ob dasSchlechthinige dem Schlechthinigen nicht eigenthümlich ist; ist es