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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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des andern Gegenüberstehenden eigenthümlich ist; dann wird nem-lich auch im andern Fall die eine Form der andern eigenthümlichsein. Z. B. da dem Guten das Beste eigenthümlich ist, so wirdauch dem Schlechten das Schlechteste eigenlhümlich sein.

Ferner hat man zu achten auf das sich ähnlich Verhaltende.Bei der Widerlegung fragt es sich, ob im einen Fall das einesich ähnlich verhaltende dem andern nicht eigenthümlich ist; istdieß nicht der Fall, so wird es auch im andern Fall nicht zu-treffen. Z. B. der Baumeister verhält sich zum Verfertigen einesHauses ebenso wie der Arzt zum Herstellen der Gesundheit, demArzt ist cs aber nicht eigenthümlich, die Gesundheit herzustellen,also wird es auch dem Baumeister nicht eigenlhümlich sein, einHaus zu verfertigen. Bei der Behauptung muß man daraufsehen, ob im einen Fall das sich gleich Verhaltende dem sich gleichVerhaltenden eigenthümlich ist; dann wird es nemlich auch imandern Fall so sein. Z. B. der Arzt verhält sich zu dem Be-griff: die Gesundheit herstellend, ebenso, wie der Turnlehrer zudein Begriff: gute Constitution bewirkend, nun ist es dem Turn-lehrer eigenthümlich, eine gute Constitution zu bewirken, also wirdes auch dem Arzt eigenthümlich sein, die Gesundheit herzustcllen.

Ferner kst zu achten auf diejenigen Fälle, wo Gleichheit desVerhältnisses stattfindet. Bei der Widerlegung fragt es sich, obdas, was sich zu mehreren Begriffen gleich verhält, dein einen vondiesen Begriffen nicht eigenthümlich ist; ist dieß nicht der Fall,so wird dasselbe dem andern dieser Begriffe auch nicht eigenthüm-lich sein. Wenn aber der erstere Begriff dem einen von den an-dern Begriffen, zu welchen er sich gleich verhält, eigenthümlich ist,so wird er demjenigen nicht eigenthümlich sein, dessen Eigenthüm-liches er sein soll '); z. B. Einsicht verhält sich auf gleiche Weisezum Guten und zum Schlechten, sofern sie das Wissen von Beidemist, der Einsicht ist es aber nicht eigenthümlich, das Wissen desGuten zu sein, also ist es der Einsicht auch nicht eigenthümlich,das Wissen des Schlechten zu sein. Ist es aber der Einsichteigenthümlich, das Wissen des Guten zu sein, so ist es ihr nicht

') Nemlich des ander» Begriffs.