tig angegeben. Wir geben nemlich das Eigentümliche an, umetwas besser zu erkennen; was nun den betreffenden Gegenstandselber betrifft, so bleibt er gleich unbekannt, wenn er nur selbergenannt wird, das aber, was zu ihm gehört, ist ein Späteres,also ist es auch nicht bekannter. Folglich ist es auf diesen: Wegnicht möglich, etwas besser kennen zu lernen. Z. B. wenn mansagt, dem Thier sei das eigentümlich, daß es ein Wesen sei, vonwelchem der Mensch eine Art bilde, so hat man.etwas ange-führt, was zu dem Thier gehört, und es ist sonach das Eigen-tümliche nicht richtig bestimmt. — Bei der Behauptung mußman darauf sehen, ob man weder die Sache selbst noch etwasdazu Gehöriges verwendet; ist dieß nicht der Fall, dann ist dieBestimmung des Eigentümlichen richtig in dieser Beziehung.Z. B. wenn man als Eigentümliches des Thiers aufstellt, daßes ans Seele und Leib bestehe, so hat man weder das Thierselbst noch etwas dazu Gehöriges verwendet, und es ist also indieser Beziehung das Eigentümliche des Thiers richtig bestimmt.
Auf dieselbe Weise muß man Acht haben bei den sonstigenBestimmungen, welche die Sache nicht bekannter machen, und zwarbei der Widerlegung, ob in die Bestimmung etwas ausgenommenist, was der Sache gegenübersteht oder was überhaupt von Na-tur zugleich ist oder was später ist; in diesem Fall ist nemlichdas Eigentümliche nicht richtig bestimmt. Das Gegenüberstehendeist nemlich von Natur zugleich da, aber was von Natur zugleichoder später ist, macht die Sache nicht bekannter. Z. B. Wennman sagt, das Eigentümliche des Guten bestehe darin, daß esdem Schlechten am meistew gegenüberstehe, so hat man hier dasdem Guten Gegenüberstehende verwendet und es ist also dasEigentümliche des Guten nicht richtig bestimmt. Bei der Be-hauptung muß man sehen, ob man nicht etwas Gegenüberstehen-des ausgenommen hat oder überhaupt etwas, was von Naturzugleich oder was später ist; ist dieß vermieden, so ist in dieserBeziehung das Eigentümliche richtig angegeben. Z. B. wennman als Eigentümliches des Wissens an gibt, daß es die zuver-lässigste Vorstellung sei, so hat man nichts Gegenüberstehendes,nichts, was seiner Natur nach zugleich ist und nichts Späteres in die