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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
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Fünftes Buch.

Erstes Kapitel.

Vom Cigenthiimlichen; allgemeine Unterschiede desselben.

Ob das Aufgestellte ein Eigenthümliches ist oder nicht, mußauf folgende Weise untersucht werden.

Das Eigenthümliche ist zu verstehen entweder als an sichund immer vorhanden, oder im Verhältniß zu einem andern(relativ) und für eine gewisse Zeit. Z. B. dem Menschen an sicheigenthümlich ist das, daß er ein von Natur zahmes lebendesWesen ist; das relativ Eigenthümliche zeigt sich z. B. im Ver-hältniß der Seele zum Körper, indem nemlich die Seele das Be-fehlende ist, der Körper das Dienende; immer eigenthümlich istz. B. der Gottheit der Begriff: unsterbliches Wesen, für einegewisse Zeit dem einzelnen Menschen das, daß er im Gymnasiumspazieren geht.

Die Aufstellung des relativ Eigenthümlichen ergibt zwei odervier Probleme. Wenn man nemlich eins und dasselbe dem einenbeilegt, dem andern aber abspricht, so gibt dieß nur zwei Probleme,wie z. B. dem Menschen im Verhältniß zum Pferd es eigenthüm-lich ist, daß er zwei Füße hat. Hier kann der Angreifer behaup-ten, sowohl daß der Mensch nicht zwei Füße habe, als auch, daßdas Pferd zwei Füße habe; in beiden Fällen würde das Eigen-thümliche angegriffen. Wenn man aber von jedem der beidenBegriffe etwas aussagt und etwas leugnet, so ergeben sich vierProbleme, wie z. B. dem Menschen im Verhältniß zum Pferd