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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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beide vorzüglich, so ist es ganz wohl möglich, daß etwas Unan-genehmes damit verbunden ist. Die Betrachtung hat übrigensdabei auf zweierlei zu sehen: das mit der Sache verbundene istnämlich theils früher, theils später, so für den Lernenden ist dasNichtwissen das Frühere, das Wissen das Spätere. Besser ist inden meisten Fällen das Spätere. Jedenfalls muß man aber im-mer dasjenige wählen, welches gerade von Nutzen ist.

Ferner: mehr gute Dinge sind vorzüglicher als weniger,entweder schlechthin, oder so, daß das eine im andern enthaltenist, nemlich das Wenigere im Mehr. Eingewendet wird, daß jaauch das eine um des andern willen sein könne, in diesem Falleseien doch die beiden nicht vorzüglicher als das eine, z. B. dasGesundwerden und die Gesundheit seien nicht besser als die Ge-sundheit allein, da wir ja das Gesundwerden eben um der Ge-sundheit willen wünschen. Auch solches, was nicht gut ist^),kann möglicherweise vorzüglicher sein, als das Gute, wie z. B.Glückseligkeit und noch etwas Anderes, was nicht gut ist, besserist als Gerechtigkeit und Tapferkeit. Eins und dasselbe ist mitVergnügen verbunden besser als ohne Vergnügen. Ebendasselbemit Schmerzlosigkeit ist besser als mit Schmerz.

Jedes Ding ist vorzüglicher in dem Zeitpunkt, in welchemcs am meisten Bedeutung hat, z. B. schmerzlos sein ist im Altermehr Werth als in der Jugend, denn es hat im Alter mehr Be-deutung. Ebenso ist auch Einsicht im Alter vorzüglicher; dennNiemand wählt die jungen Leute zu Führern, weil Niemand vondiesen Einsicht verlangt. Umgekehrt ist es mit der Tapferkeit,denn in der Jugend ist tapfere Bethätigung nothwendiger. Ebensoist es auch mit der Selbstbeherrschung, denn die Jugend wird mehrals das Alter von den Begierden geplagt.

Nützlicher ist ferner das, was zu jeder Zeit oder meistensnützlich ist, wie z. B. Gerechtigkeit und Selbstbeherrschung imVergleich mit der Tapferkeit; denn die ersteren Eigenschaften sindimmer nützlich, die letztere nur in gewissen Zeiten.

Ferner: dasjenige, welches von der Art ist, daß wir, wenn

l) Aber mit Gutem verbunden ist.