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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
Seite
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Dingen, welche etwas bewirken, ist dasjenige besser, dessen Zieldas bessere ist. Zwischen einem Bewirkenden und einem Zweckist nach dem Verhältniß zu entscheiden, darnach ob der eine Zweckden andern um mehr übertriffr, als jener Zweck das ihm zuge-hörige Bewirkende; z. B. wenn die Glückseligkeit die Gesundheitum mehr übertrifft, als die Gesundheit das Gesunde, so ist das,was Glückseligkeit bewirkt, besser als das, was Gesundheit be-wirkt. Denn in dem Maß, als die Glückseligkeit die Gesundheitübertrifft, übertrifft auch das, was die Glückseligkeit bewirkt, dasGesunde. Die Gesundheit aber übertrifft nach unserer Voraus-setzung das Gesunde um weniger, also übertrifft das, was Glück-seligkeit bewirkt, das Gesunde in höherem Maß, als die Gesund-heit das Gesunde übertrifft. Es ist also klar, daß das, wasGlückseligkeit bewirkt, vorzüglicher ist, als die Gesundheit, denn esübertrifft ebendasselbe in höherem Maße.

Ferner das an sich Schönere, Kostbarere, Lobenswerthere istbesser, wie z. B. die Freundschaft besser ist als Reichthum, dieGerechtigkeit besser als Stärke. Freundschaft und Gerechtigkeitsind nemlich an und für sich kostbar und lobenswerth, Reichthumuird Stärke aber nicht an und für sich, sondern um eines An-dern willen; Niemand nemlich schätzt den Reichthum um seinerselbst, sondern um eines Andern willen, die Freundschaft aberschätzen wir an und für sich, auch wenn uns nichts Anderes ausderselben zufließt.

Zweites Kapitel.

Fortsetzung.

Ferner: wenn zwei Dinge einander in besonders hohemGrade ähnlich sind und es nicht möglich ist, einen Vorzug deseinen vor dem andern deutlich zu erkennen, so muß man aus-gehen von dem, was mit jedem verbunden ist; dasjenige nemlichist das vorzüglichere, mit welchem das größere Gut verbunden ist.Sind aber Uebel damit verbunden, so ist dasjenige vorzüglicher,mit welchem das geringere Uebel verbunden ist. Sind nemlich