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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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ist mm klar, daß, wenn von irgend einem von dem in die gleicheBegriffsreihe Gehörigen bewiesen ist, daß es gnt oder lobens-werth ist, damit auch für alles Andere der Beweis geliefert ist,z. B. wenn die Gerechtigkeit lobenswerth ist, so ist auch der Ge-rechte und das Gerechte und was gerechterweise geschieht, lobens-werth. Man leitet übrigenslobenswertherweise" in derselbenWeise vonlobenswerth" ab, wiegerechterweise" von der Ge-rechtigkeit.

Auf diese Weise muß man indessen nicht bloß das Vorlie-gende selber so behandeln, sondern auch sein Entgegengesetztes.Z. B. wenn behauptet ist, daß das Gute nicht nothwendig an-genehm ist, so ist offenbar auch das Schlechte nicht nothwendigunangenehm, oder wenn letzteres der Fall ist, so auch das erstere.Ferner wenn die Gerechtigkeit ein Wissen ist, so ist auch die Un-gerechtigkeit ein Nichtwissen, und wenn das auf gerechte WeiseGeschehende auf wissende und erfahrene Weise geschieht, so geschiehtdas auf ungerechte Weise Geschehende auf unwissende und uner-fahrene Weise. Ist aber letzteres nicht der Fall, so auch daserstere nicht, wie in dem eben angeführten Beispiel, denn mankönnte vielmehr sagen, daß das Ungerechte auf Wissen und Er-fahrung, als auf Nichterfahrung beruht. Dieser Gesichtspunktist schon aufgeführt oben, wo wir von der Verbindung des Ent-gegengesetzten gesprochen haben ^); denn es handelt sich hier umnichts Anderes, als darum, daß das Entgegengesetzte mit demEntgegengesetzten verbunden wird.

Ferner ist zu beachten das Werden und Vergehen, sowiedas Bewirkende und das Zerstörende, für's Widerlegen wie für'sBehaupten. Dasjenige nemlich, dessen Werden gut ist, ist selbstgut, und wenn es selbst gut ist, so ist auch sein Werden gut; istaber sein Werden schlecht, so ist es selber auch schlecht. BeimVergehen ist es umgekehrt: ist das Vergehen einer Sache gut, soist die Sache selber schlecht, und ist das Vergehen schlecht, so istdie Sache selbst gut. Dasselbe Verhältniß findet statt beim Be-wirkenden und Zerstörenden: wenn nemlich das eine Sache Be-

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