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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
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Wirkende gut ist, so ist die Sache selbst gut, und Wenn das eineSache Zerstörende gut ist, so ist die Sache selber schlecht.

Zehntes Kapitel.

Von Ähnlichkeiten und Vergleichungen.

Ein Weiterer Punkt betrifft das Aehnliche, ob nemlich dieDinge sich ähnlich verhalten, z. B. wenn Ein Wissen vieles um-faßt, so auch Eine Vorstellung, und wenn Gesichthaben Sehenist, so ist auch Gehörhaben Hören. Ebenso ist es auch sonst,sowohl beim wirklich Seienden, als beim Scheinbaren. DieserGesichtspunkt ist für Beides zu verwenden; wenn es sich nemlichbeim einen von dem Aehnlichen so und so verhält, so auch beimandern Aehnlichen, und wenn bei einem nicht, so auch nicht beimandern. Man muß auch darauf sehen, ob cs sich ähnlich verhält,wo von Einem und wo von Vielem die Rede ist, denn hier istbisweilen ein Unterschied. Z. B. wenn das Wissen Denken ist,so ist viel wissen viel denken; dieß ist aber nicht richtig; wissennemlich kann man Vieles, denken aber nicht. Ist nun das letz-tere nicht, so auch das erstere nicht, wo es sich bloß um Eineshandelt, d. h. das Wissen ist nicht Denken.

Ferner muß man operiren mit dem Mehr und Weniger.Hiebei gibt es vier Gesichtspunkte, erstens: wenn das Mehr demMehr beigegeben ist, z. B. wenn das Vergnügen gut ist, so istauch das größere Vergnügen besser, und wenn Unrechtthun schlechtist, so ist auch mehr Unrecht thun schlechter. Dieser Gesichtspunktdient für Beides; wenn nemlich mit der Zunahme des Subjektsdie Zunahme des Prädikats sich verbindet, wie in dem vorigenBeispiel, so ist klar, daß das Prädikat dem Subjekt zukommt,sonst aber nicht. Dieß läßt sich durch Induktion Nachweisen.Zweitens: wenn Ein Prädikat von zwei Subjekten ausgesagt wirdund es demjenigen, Welchem es mehr zukommen sollte, nicht zu-kommt, so kommt es auch demjenigen nicht zu, welchem es weni-ger zukommen sollte, und wenn es dem zukommt, welchem esWeniger zukommen sollte, so auch dem, welchem es mehr zukommen