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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
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das Sehen Wahrnehmung ist, so ist auch der Gegenstand desSehens Gegenstand der Wahrnehmung. Eingewendet wird hie-gegen, daß beim Relativen nicht nothwendig die Prädicirung inder genannten Weise stattfinde; denn der Gegenstand der Wahr-nehmung ist Gegenstand des Wissens, die Wahrnehmung abernicht Wissen. Doch scheint diese Einwendung nicht richtig zu sein;Viele nemlich geben nicht zu, daß es ein Wissen des Wahrnehm-baren gebe. Ferner ist das Gesagte nicht weniger von Nutzenfür das Entgegengesetzte, z. B. daß das Wahrnehmbare nichtwißbar ist, denn auch die Wahrnehmung ist kein Wissen.

Neuntes Kapitel.

Verhältniß der dem Stamm nach verwandten Wörter. Rücksicht aufEntstehen und Vergehen.

Ferner muß man Acht haben auf das Begriffsverwandte*)und auf die abgeleiteten Wörter'*), für's Widerlegen wie für'sBehaupten. Begriffsverwandt sind z. B. folgende Ausdrücke:das Gerechte und der Gerechte sind verwandt mit der Gerechtig-keit, das Tapfere und der Tapfere mit der Tapferkeit; ebensodas, was bewirkt oder erhält, ist begriffsvcrwandt mit demjenigen,was es erhält oder bewirkt, z. B. das Gesunde mit der Gesund-heit, das, was ein gutes Aussehen gibt, mit dem guten Aussehen.Ebenso ist es auch sonst. Solche Ausdrücke also pflegt manbegriffsverwandt zu nennen; zu den abgeleiteten Wörtern gehörtz. B. gerechterweise, mnthigerwcise, gesundheitlich und dergl. In-dessen kann man wohl sagen, daß auch solche abgeleitete Ausdrückezu begriffsvcrwandten gehören, wie z. B. gerechterweise mit Ge-rechtigkeit begriffsverwandt ist und mnthigerwcise mit Muth. Be-griffsverwandt ist alles, was in Eine und dieselbe Begriffsreihegehört, z. B. Gerechtigkeit, gerecht, Gerechtes, gerechterweise. Es

>) was dem Begriff nach in Einer Reihe, aus gleicher Stuss

steht, coordinirt« Begriffe. S, äs intsrxr. a. 2.

2) Tirwaerx, das, war von einem Verbum oder Nomen irgendwie abge-