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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Man hat ferner bei jedem vorgelegten Sah darnach zu sehen,was sein muß, damit dieser Satz gilt, oder was nothwendig seinmuß, wenn dieses Vorliegende ist; zum Zweck der Behauptungmuß man sehen, was sein muß, damit der vorliegende Satz seinkann, (denn wenn jenes erstere nachgewiesen ist, so wird auch dervorliegende Satz bewiesen sein), zum Zweck der Widerlegung aberfragt man: was ist, wenn der Satz giltig ist? sobald wir nemlichbeweisen, daß das Conseguens des Satzes nicht ist, so haben wirdamit auch den Satz selbst aufgehoben.

Ferner hat man die Zeit ins Auge zu fassen, ob da irgendetwas nicht zutrifft, z. B. wenn die Behauptung ist, das, wassich nährt, müsse nothwendig wachsen; das Sich-nähren findetnemlich immer statt bei allen lebenden Wesen, das Wachsen abernicht immer. Ebenso ist es auch bei der Behauptung, das Wissensei eine Erinnerung. Die Erinnerung bezieht sich nemlich aufdie Vergangenheit, das Wissen aber auch auf die Gegenwart undZukunft. Man sagt ja doch: wir wissen das Zukünftige und dasGegenwärtige, während dagegen die Erinnerung lediglich das Ver-gangene zum Gegenstand haben kann.

Fünftes Kapitel.

Uebergang von einer Streitfrage zu einer andern. Widerlegung einesSatzes in seinen Consequcnzen.

Ferner ist noch da der sophistische Gesichtspunkt, wobei mandie Streitfrage nach einer Seite hin wendet, wobei man die Mit-tel zum Angriff in der Hand hat. Dieß ist bald nothwendig,bald nur scheinbar nothwendig, bald weder wirklich noch scheinbarnothwendig. Nothwendig ist es, wenn der Respondent etwas vondem läugnet, was für die Behauptung von Nutzen ist, und mannun darauf seine Gründe richtet und dieser Punkt von der Artist, daß man die Mittel des Angriffs auf denselben leicht zurHand hat. Ebenso auch wenn man vermittelst der aufgestelltenBehauptung auf etwas anderes durch Induktion übergeht und nundieses letztere zu widerlegen versteht; ist nemlich dieses widerlegt,