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legen. Wollen wir nemlich behaupten, so werden wir zeigen,daß das Wort in einer Bedeutung zukommt, wenn wir es nichtvon beiden Behauptungen zeigen können; dagegen beim Widerlegenwerden wir beweisen, daß das Wort in einer Bedeutung nichtzukommt, wenn wir es nicht von beiden Behauptungen beweisenkönnen. Nur ist beim Widerlegen nicht nöthig, sür die Dispu-tation znm voraus Zugeständnisse zu verlangen, weder wenn etwasallem, noch wenn es keinem zukommen soll; wenn wir nemlichbeweisen, daß etwas irgend einem nicht zukommt, so haben wirdamit das, daß es allem zukommt, aufgehoben, und ebenso wennwir beweisen, daß etwas Einem zukommt, so heben wir damitdas auf, daß cs keinem zukommt. Dagegen für die Behauptungist zum voraus zuzugestehen, daß etwas, wenn es irgend einemzukommt, allem znkommt, sofern dieses Axiom glaubhaft ist. Dennum zu beweisen, daß etwas allem zukommt, genügt es nicht zusagen, daß es Einem zukomme, z. B. wenn die Seele des Men-schen unsterblich ist, so folgt nicht, daß jede Seele unsterblich ist,also muß man zum voraus zugestehen, daß, wenn irgend eineSeele unsterblich ist, jede Seele unsterblich ist. Doch ist dießnicht immer nothwendig, sondern nur wenn wir nicht im Standsind, Einen für alles gemeinsam geltenden Begriff aufzustellen,wie der Geometer, wenn er sagt, im Dreieck seien die Winkelgleich zwei Rechten.
Ist aber die Verschiedenheit der Bedeutungen nicht versteckt,so müssen wir die verschiedenen Bedeutungen unterscheiden unddarnach widerlegen und behaupten. Z. B- wenn das, was seinsoll, das Nützliche ist oder das Gute, so muß man versuchen,beides für den vorliegenden Fall zu widerlegen und zu behaupten,also daß es gut und nützlich ist, oder daß es weder gut nochnützlich ist. Ist es aber nicht möglich Leides zu beweisen, so mußman das eine beweisen, wobei man noch zeigen muß, daß daseine gilt, das andere nicht. Dasselbe Verfahren ist zu beobach-ten, wenn das Wort in noch mehr Bedeutungen zu nehmen ist.
Ferner ist acht zu haben auf das, was nicht in homonymer,sondern in irgend einer andern Weise mehrfache Bedeutung hat;z. B. Eine Wissenschaft bezieht sich auf Mehreres, entweder auf