Druckschrift 
3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

37

sich handelt, noch nicht klar, setzt man aber anstatt der in derDefinition enthaltenen einzelnen Worte ganze Definitionen, sowird die Sache klar.

Ferner kann man aus dem Problem einen Satz bilden unddaraus hin eine Einwendung machen; die Einwendung ncmlichwird ein Angriff auf die These sein. Dieser Punkt ist so ziem-lich identisch mit der Untersuchung, ob die genannten Bestimmun-gen allem oder keinem zukommen, nur das Verfahren ist einverschiedenes.

Ferner muß man genau bestimmen, in welchen Fällen sick>die Benennung an den allgemein üblichen Sprachgebrauch zuhalten hat und in welchen nicht. Es ist dieß von Werth fürdas Behaupten wie für das Widerlegen; man sieht dabei, daßman zwar den Dingen die Bezeichnungen beizulegen hat wie derallgemeine Sprachgebrauch, welche Dinge aber von der und derBeschaffenheit sind und welche nicht, das hat der allgemeine Sprach-gebrauch nicht mehr zu untersuchen. Z. B. als gesund ist daszu bezeichnen, was Gesundheit bewirkt, und das entspricht demallgemeinen Sprachgebrauch, ob aber das, um was es sich geradehandelt, Gesundheit bewirkt oder nicht, Lei dieser Frage hat mansich nicht au den Sprachgebrauch zu halten, sondern an den Arzt.

Drittes Kapitel.

Von dem Gebrauch der verschiedenen Bedeutungen der Wörter.

Ferner: wenn ein Wort verschiedene Bedeutungen hat unddie Behauptung aufgestellt ist, daß es einem Subjekt zukommtoder nicht zukommt, so muß man die eine von den verschiedenenBedeutungen beweisen, wenn man nicht alle beiden beweisen kann.Dieß Verfahren gilt da, wo die Verschiedenheit der Bedeutungenversteckt ist; ist nämlich das letztere nicht der Fall, so wird derGegner die Einwendung machen, das Wort sei ja von dem Be-hauptenden nicht in dem Sinn genommen, in welchem er, derGegner, die Frage gestellt habe, sondern in einem andern. DieserGesichtspunkt gilt für beides, sür's Behaupten wie für's Wider-