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Siebenzehntes Kapitel.
Vom Auffinden der Aehnlichkeiten.
Die Aehnlichkeit muß man aufsuchen zunächst bei dem, waszu verschiedenen Gattungen gehört, z. B.: wie das eine sich zueinem Andern verhält, so ein drittes zu seinem Andern, z. B.wie Wissenschaft zum Wißbaren, so Wahrnehmung zum Wahr-nehmbaren; ferner wie das eine ist im Andern, so ein drittesin seinem Andern, z. B. wie Gesicht im Auge, so Denken inder Seele, und wie Windstille auf dem Meer, so Ruhe in derLuft. Hauptsächlich muß man sich üben an dem, was weit voneinander entfernt ist; dann wird man im Stand sein, auch sonstdie Aehnlichkeiten herauszufinden. Man muß ferner auch das imAug behalten, was zur gleichen Gattung gehört, ob etwas Iden-tisches da ist, welches Allem zukommt, wie z. B. dem Menschen,dem Pferd und dem Hund; denn in der Beziehung, in welcherihnen etwas Identisches zukommt, sind sie ähnlich.
Achtzehntes Kapitel.
Welchen Nutzen die Kenntniß der verschiedenen Bedeutungen, der Unter-schiede und der Aehnlichkeiten für die Dialektik hat.
Die genaue Untersuchung der verschiedenen Bedeutungen, inwelchen ein Wort zu fassen ist, ist zunächst von Nutzen für dieDeutlichkeit, (denn es ist leichter zu verstehen, was behauptet wird,wenn die verschiedenen Bedeutungen klar gemacht sind), ferner zudem Zweck, daß die Schlüsse auf die Sache selber sich beziehenund nicht auf den bloßen Ausdruck. Sind nemlich die verschie-denen Bedeutungen nicht klar, so kann es Vorkommen, daß derAntwortende etwas anders meint, als der Fragende; ist man sichaber klar über die verschiedenen Bedeutungen und über das, wasder Behauptende meint, so würde der Fragende offenbar sichlächerlich machen, wenn er seine Ausdrücke nicht darnach einrichten