Körper von einem Körper. Also ist „fein" homonym; denn esbezeichnet Unterschiede von verschiedenen, einander nicht unter-geordneten Gattungen.
Ferner muß man beachten, ob bei dem durch das gleicheWort Bezeichnten die Unterschiede verschieden sind, z. B. beiFarbe, je nachdem sie von einem Körper oder von einer Melodieausgesagt wird; versteht man die Farbe an einem Körper, soberuht der Unterschied darin, daß sie die Lichtstrahlen theilt undsammelt, dagegen bei der Farbe in den Melodieen sind es andereUnterschiede. Also ist „Farbe" homonym. Denn das Identischehat dieselben Unterschiede.
Ferner da die Art nicht ein Unterschied ist, so hat inan zuuntersuchen, ob von dem unter demselben Wort Begriffenen daseine Art ist, das andere Unterschied; z. B. das Helle an einemKörper ist eine Art von Farbe, bei der Stimme dagegen ist esUnterschied, denn eine Stimme unterscheidet sich von der anderndadurch, daß sie hell ist.
Sechzehntes Kapitel.
Vom Auffinden der Unterschiede.
Im Bisherigen ist das Nöthige gesagt worden über dieVerschiedenheit der Bedeutungen; wir müssen nun die Unterschiedeins Auge fassen, welche in den zu einander in Beziehung stehen-den Gattungen sich finden, z. B.: wodurch unterscheidet sich Ge-rechtigkeit von Tapferkeit, Einsicht von Mäßigung? (dieß allesnemlich gehört in Eine Gattung), sodann den Unterschied deseinen und andern, wenn beide nicht sehr weit von einander ent-fernt sind, z. B.: wodurch unterscheidet sich sinnliche Wahr-nehmung vom Wissen? Bei demjenigen nemlich, Was weit voneinander entfernt ist, sind die Unterschiede ganz deutlich zu er-kennen.