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welches durch die Entdeckung entsteht, daß die Diagonale mit derSeite incommensurabel ist, hat kein Entgegengesetztes, folglich istdas Wort „Vergnügen" in verschiedenem Sinn zu verstehen. Soist ferner dem Lieben ini geistigen Sinn das Hassen entgegen-gesetzt, dem sinnlichen Lieben aber nichts, folglich ist auch „dasLieben" homonym. Ferner bei dem in der Mitte Stehenden istdie Frage, ob für die einen Bedeutungen ein Mittleres vorhandenist, für die andern aber nicht, oder ob zwar für beide Fälle, abernicht Eines und dasselbe; z. B. zwischen hell und dunkel stehtbei den Farben in der Mitte das Graue, beim Ton aber nichts,oder etwa das Gedämpfte, wie denn wirklich Einige sagen, daßder gedämpfte Ton in der Mitte stehe, also ist das Helle homo-nym und ebenso auch das Dunkle. Ferner fragt es sich, ob imeinen Fall mehrere Mittlere vorhanden sind, im andern abernur Eines, wie beim Hellen und Dunkeln; bei den Farben nem-lich gibt es viele Mittlere, bei dem Ton aber nur Eines, nem-lich das Gedämpfte.
Ferner beim contradictorisch Entgegengesetzten fragt es sich,ob es in mehrfachem Sinn zu verstehen ist. Ist nemlich dasletztere der Fall, so wird auch das jedesmal Entgegengesetzte inmehrfachem Sinn zu verstehen sein. Z. B. „nicht sehen" ist ver-schieden zu verstehen, es bedeutet einmal: den Gesichtssinn garnicht haben, und sodann: vom Gesicht keinen wirklichen Gebrauchmachen. Ist dieser Ausdruck also verschieden zu verstehen, somuß nothwendig auch „das Sehen" verschiedene Bedeutungenhaben, denn jeder Bedeutung von „nicht sehen" wird etwas ent-gegengesetzt sein, also der Bedeutung: den Gesichtssinn nicht haben,die Bedeutung: den Gesichtssinn haben, und der Bedeutung: dasGesicht nicht gebrauchen, die Bedeutung: das Gesicht gebrauchen.
Ferner sind zu beachten die Begriffe, welche eine Beraubungund ein Haben ausdrücken; wird nemlich der eine in verschiedenenBedeutungen gebraucht, so auch der andere. Z. B. wenn dasWort „empfinden" verschiedene Bedeutungen hat, als geistiges undals körperliches Empfinden, so wird auch „empfindungslos sein"verschiedene Bedeutungen haben, und sich entweder auf den Geistoder auf den Körper beziehen. Daß aber die eben genannten