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Auch die Thesis ist ein Problem, nicht aber ist jedes Pro-blem eine Thesis; einige Probleme sind ja freilich von der Art,daß wir darüber gar keine bestimmte Ansicht haben. Daß aberauch die Thesis ein Problem ist, ist klar, nach dem Gesagten istes ja bei einer Thesis nothwendig, daß entweder die Mengedarüber anderer Meinung ist als die Verständigen, oder, daß beideunter sich uneins sind, denn die Thesis ist ja eine ungewöhnlicheBehauptung. Uebrigens nennt man jetzt so ziemlich alle dialek-tischen Probleme Thesen und es macht auch für uns keinen Unter-schied, ob wir die eine oder andere Bezeichnung gebrauchen, dennnicht um eine neue Terminologie zu schaffen, haben wir die obigeEintheilung aufgestellt, sondern damit die vorhandenen Unterschiedeuns nicht entgehen.
Uebrigens nicht jedes Problem oder jede These verdient einenähere Betrachtung, sondern nur solche, zu deren Lösung ver-nünftige Erörterung nöthig ist und nicht Zurechtweisung odersinnliche Wahrnehmung. Denn diejenigen, welche die Frage auf-werfen, ob man die Götter ehren und ob man die Eltern liebenmüsse oder nicht, sind zurechtzuweisen, und die, welche fragen, obder Schnee weiß sei oder nicht, sind auf die sinnliche Wahrneh-mung zu verweisen. Auch solche Sätze gehören nicht her, fürwelche der Beweis ganz nahe oder für welche er gar zu ferneliegt; denn die ersteren enthalten gar kein Bedenken, die letzterenaber mehr als zur Uebung erforderlich ist.
Zwölftes Kapitel.
Art der Beweisführung.
Nach diesen Bestimmungen müssen wir nun weiter unter-scheiden die verschiedenen Arten der dialektischen Beweise. Essind deren zwei, nemlich Induktion und Schluß. (Vernunftschluß.)Was unter dem Schluß zu verstehen ist, haben wir oben er-klärt '). Induktion ist aber das Aufsteigen vom Einzelnen zumAllgemeinen, z. B. wenn der, welcher das Steuern versteht, der
>) Kap. t.