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nicht böses thun muß. Der Satz aber, daß man den Freundenböses thun muß, ist das Gegentheil von dem zuerst aufgestelltenund mit der Negation heißt er so, daß man den Freunden nichtböses thun muß. Ebenso auch, wenn man den Freunden gutesthun muß, so muß man den Feinden nicht gutes thun. Auchdieß beruht auf der Negation des Entgegengesetzten; das Ent-gegengesetzte ist nemlich, daß man den Feinden gutes thun muß.Und so ist es auch sonst. Wahrscheinlich wird ferner, in solcherGegenüberstellung, sein, wenn man Entgegengesetztes von Ent-gegengesetztem aussagt, z. B. wenn man den Freunden gutes thunmuß, so muß man auch den Feinden böses thun. Es wird hierder Satz: man muß den Freunden gutes thun, entgegengesetzt seindem Satz: man muß den Feinden böses thun; ob es sich aberin Wahrheit so verhält oder nicht, wird in der Erörterung desEntgegengesetzten angegeben werden '). — Klar ist endlich, daßauch die Ansichten, welche auf technischen Kenntnissen beruhen,dialektische Sätze abgeben, man wird ja doch das annehmenkönnen, was den betreffenden Fachleuten wahrscheinlich ist, z. B.in der Heilkunde, was der Arzt für wahrscheinlich hält, in derMathematik, was der Mathematiker u. s. f.
Elftes Kapitel.
Vom dialektischen Problem und von der Thesis.
Dialektisches Problem ist ein der Betrachtung vorgelegterSah, welcher abzielt entweder auf Annahme und Verwerfung,Befolgung und Vermeidung, oder auf Ermittlung der Wahrheitund auf Erkenntniß, und zwar thut der Satz dieß entweder selbstoder so, daß er bei einem andern derartigen Satz mitwirkt; dar-über herrscht entweder überhaupt keine Meinung, weder für nochwider, oder es ist darüber die Meinung der Menge anders alsdie der Verständigen, oder die der Verständigen anders als dieder Menge, oder es sind Beide unter sich selber uneins. Bei
I) ä» illtoiPKt 14.